Nordfriesland-Krimi : Das Morden geht weiter

Sandra Dünschede (45)
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Sandra Dünschede (45)

Krimi-Autorin mit Risum-Lindholmer Wurzeln: Mit „Friesengroll“ ist gerade Sandra Dünschedes zehnter Krimi erschienen.

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31. Januar 2018, 17:45 Uhr

Risum-Lindholm | Wenn Sandra Dünschede (45) die Schreiblust packt, kommt meist ein mehr oder weniger blutrünstiger Krimi dabei heraus, und die spielen fast immer in ihrer nordfriesischen Heimat. Die 1972 in Niebüll geborene Schriftstellerin ist in Risum-Lindholm aufgewachsen und lebt jetzt in Hamburg, kommt aber so oft es geht in die alte Heimat, um die Familie zu besuchen, Lesungen oder Schreib-Workshops abzuhalten und sich neue Ideen für spannende Kriminalfälle zu holen.

Schon früh war klar, dass ihr das Schreiben fesselnder Geschichten liegt: „Meine Deutschlehrerin an der Grundschule in Risum sagte, ich hätte eine blühende Fantasie“, erinnert sich Sandra Dünschede schmunzelnd. Wahrscheinlich war das mit ein Grund, warum sie sich damals nach ihrer Banklehre nicht vorstellen konnte, diesen Beruf bis zur Rente auszuüben.

Stattdessen entschied sie sich für ein Studium der Germanistik. „Leider bekam ich in Hamburg keinen Studienplatz und so verschlug es mich zunächst nach Düsseldorf“, erzählt sie. In der großen, fremden Stadt fand sie Zeit zum Schreiben. „Oft dachte ich voller Sehnsucht an die Nordsee, den rauen Wind und die unendliche Weite meiner Heimat“, sagt sie und meint, dass es wohl auch Heimweh-Bewältigung war, als sie 2004 ihren Debütroman schrieb.

Zwei Jahre später war „Deichgrab“ auf dem Markt – 2007 als „bester Kriminalroman in Schleswig-Holstein“ mit dem SHHB-Medienpreis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr legte sie mit „Nordmord“ den Grundstock für die Krimiserie um Kommissar Dirk Thamsen und packte dem Niebüller Ermittler regelmäßig neue Fälle auf den Schreibtisch, stets mörderisch übertitelt: Friesenrache (2009), Todeswatt (2010), Nordfeuer (2012), Friesenkinder (2013), Friesenlüge (2014), Friesenschrei (2015), Friesenmilch (2016), Friesennebel (2017). Das zehnte Werk trägt den Titel Friesengroll. Für diesen Fall bestellte sie ihren Ermittler zu einem Klassentreffen ein. Die Vorlage dafür lieferte ein eigenes Erlebnis: „Letztes Jahr feierte mein Jahrgang Silber-Abi – zum Glück ohne Verluste“, verrät die Autorin lachend.

Bei Dirk Thamsen und seinen Mitschülern liegt das Abi 40 Jahre zurück. Das soll gefeiert werden. Doch dann wird die ehemalige Deutschlehrerin erdrosselt auf der Damentoilette gefunden. Um den Fall zu lösen, muss er tief in die Vergangenheit eintauchen … „Raffiniert verwebt die Autorin gesellschaftliche und zwischenmenschliche Probleme in einen spannenden Plot, der in einem Showdown mündet und den Leser in seinen Bann zieht“, so heißt es in der Ankündigung des Gmeiner-Verlags, in dem das Buch im Februar erscheint.

Damit ihre Geschichten authentisch bleiben, kommt Sandra Dünschede nach wie vor „nach Hause“ und schaut sich stets aufmerksam um. „Als ich damals, weit weg von daheim, mit dem Schreiben begann, fing ich an, mich viel mehr als je zuvor für die Geschichte, Kultur und Tradition meiner Heimat zu interessieren. Dabei entdecke ich bis heute immer wieder Neues, Spannendes, Inspirierendes, das mich weiter auf dem Papier morden lässt“, sagt sie.

Die nächste Chance zur Lokalrecherche will Sandra Dünschede vor oder nach den jeweils mit einem Drei- oder Vier-Gänge-Menü verbundenen Lesungen nutzen, die am 23. Februar in Enge-Sande (Berger‘s Hotel & Landgasthof), am 24. Februar in Husum (Hotel Restaurant Osterkrug) und am 23. März in Achtrup (Achtruper Stuben) stattfinden. Karten gibt es vor

Ort.






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