zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

24. November 2017 | 19:49 Uhr

Mittelaltermarkt : Das Mittelalter zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Verein Frisia Historica e.V. ermöglichte Besuchern in Stedesand eine Zeitreise ins Mittelalter

Im frühen Mittelalter ist wohl auch nicht immer alles von bestem Wetter überstrahlt worden. Mit einem Blick in den leicht wolkenverhangenen Himmel trösteten sich Stefan Nissen und seine friesische Vereinsfamilie über das etwas zu kühle Karfreitag-Wetter hinweg, das dem Frühlingsfest des Vereins Frisia Historica e.V. doch etwas zuwiderlief.

Dennoch ist (fast) alles wie geplant abgelaufen: das Bogenschießen, Stockbrotbacken und handwerkliches Treiben wie Filzen, Horn- und Bernsteinbearbeitung. Auf dem Scheunenflohmarkt wurde gehökert. Und zu Essen und Trinken gab’s auch wie immer reichlich – und dazu leckere Kostproben aus Andreas Ingwersens „Kräuterdestille.“

Frisia Historica. Vor sieben Jahren hat sich eine Gruppe junger Nordfriesen mit der Zielsetzung zusammen getan, friesische Geschichte erlebbar zu machen. Neugierde und Interesse reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. „Wir haben den Versuch unternommen, ein wenig so zu leben wie die Menschen damals“, sagt Stefan Nissen. Und das machen die Friesen der Gegenwart, indem sie probieren, sich in alten handwerklichen Tätigkeiten üben, ihre Kleider selbst schneidern und nach und nach immer etwas dazu lernen. Ständig sind neue Ideen entstanden. Vieles hat sich Stefan Nissen im Nordfriesischen Institut angelesen. Einen willkommenen Schub bekommen sie auch von der Friisk Foriining, der sich Historica als korporatives Mitglied angeschlossen hat.

Und es bleibt nicht bei internen Aktivitäten. Mit den Jahren haben sich feste Termine ergeben, an denen die „Mittelalterlichen“ in die Öffentlichkeit gehen. Beispiel 2014: Dem Frühlingsfest am Karfreitag, folgt am 23.Mai ein Konzert in der Niebüller Christuskirche, wo die Band „Worsatia“ aus dem Land Wursten frühmittelalterlich musizieren wird. Das traditionelle historische Treyben, das sich mittlerweile zu einer Großveranstaltung entwickelt hat, findet zum 4. Mal vom 20. Bis 22. Juni im Niebüller Wehlengebiet statt. Am letzten Sonnabend im September steigt am Standort der Historica an der Klinkerstraße 4 das Herbstfest, in dessen Mittelpunkt stets das Turnier der Bogenschützen steht.

Die Aktivitäten der mittelalterlichen Barden um ihren Hauptling Stefan Nissen verlaufen nicht ohne Augenzwinkern. „Es muss Spaß machen“, sagt er und pflegt auch schon mal den einen oder anderen derben Spruch. Auf dem Flohmarkt ist ehrbares Treyben Pflicht. Wucherern und Zechprellern droht öffentliche Schmach am Pranger – dem kunstvoll gezimmerten Joch mit einem halsgroßen Loch, aus dem nur Kopf des Sünders lugt. „Wir entdecken bei fast jeder unserer Aktivitäten immer etwas Neues.“ Und auch das macht das Treyben im Kreise dieser liebenswerten Barden so spannend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen