zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 18:51 Uhr

Der Tag danach : Das große Aufräumen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Einsatzkräfte, Bürger und Handwerker sind in Südtondern unermüdlich dabei, die Schäden zu beheben. Und sie werden wohl noch eine zeitlang damit beschäftigt sein. Handwerksbetriebe und Versicherungen sind derzeit die begehrtesten Anlaufstellen.

von
erstellt am 29.Okt.2013 | 18:42 Uhr

Während am Montag immer wieder bei den Feuerwehren und der Polizei die Telefone klingelten, waren es gestern nun auch die Versicherungsunternehmen, die unter Hochdruck arbeiten mussten. Im Minutentakt riefen die Bürger an, um ihre Schäden zu melden. „Wir haben nicht viel Zeit zum Durchatmen“, beschrieb es Versicherungskauffrau Hannah Gerhardt vom Schleswiger Versicherungsverein in Emmelsbüll-Horsbüll. „Es wird eigentlich alles gemeldet, was möglich ist – ob kaputte Dächer, Zäune, Gartenhäuser oder Carports.“

Und dass „Christian“ in Südtondern einiges zerstört hat, zeigte sich am Tag danach allzu deutlich. Kaum eine Straße, in der nicht irgendetwas zu Bruch gegangen ist. Wieder waren etliche Einsatzkräfte unterwegs, um die Verkehrsadern von Baumstämmen zu befreien. Gut, dass wir den „neuen“ Lkw mit dem Kran haben. Das dachten die Helfer vom Technischen Hilfswerk Niebüll, als sie zu den Sturmeinsätzen und Aufräumarbeiten gerufen wurden – mal in der Umgebung, mal in Niebüll.

In Leck war sicherheitshalber ein Teilbereich der Klixbüller Chaussee am Westerholz über Nacht komplett gesperrt worden. Ein entwurzelter Baum hatte sich im Geäst eines weiteren Baumes verfangen und konnte erst gestern früh durch ein Unternehmen gefällt und zersägt werden.

Bauhofmitarbeiter befreiten die Straße Hyholmer Weg in Leck, die als solche überhaupt nicht mehr zu erkennen war. Im angrenzenden Wäldchen sah es aus, als hätte ein Riese mit den Bäumen Mikado gespielt. „Wir sind unermüdlich im Einsatz und werden wohl den ganzen Winter noch zu tun haben“, meinte Clemens Nissen-Schütt vom Bauhof. Großen Schaden richtete Orkantief Christian auch in den Wäldern an. Solch’ einen Sturmschaden habe er noch nie gesehen, sagte Nissen-Schütt weiter. Es seien so viele Bäume umgeknickt und auf die Wanderwege gefallen, dass die Pfade maximal 50 bis 80 Meter begehbar sind. Förster Jörn Frank warnt davor, die Wälder zu betreten: „Das ist lebensgefährlich. Dicke Äste drohen, herunterzufallen.“ Aufgrund der vielen Sturmschäden wird dringend angeraten bis auf Weiteres darauf zu verzichten, die Wald- und Parkanlagen sowie alle Wanderwege zu betreten.

Die Handwerker können sich unterdessen vor Aufträgen kaum retten. Sabine Kubelke von der Dachdeckerei und Zimmerei Johannsen in Risum-Lindholm: „Alleine seit dem Sturm hatten wir mehr als 1100 Anrufe.“ Aber so positiv sei das gar nicht, gibt sie zu bedenken. „Leider können wir nicht so schnell allen Kunden gerecht werden. Die Geschäftsführer müssen Prioritäten setzen, beispielsweise, ob Menschen gefährdet sind, um zu entscheiden, welche Aufträge zuerst abgearbeitet werden können. Ansonsten gehen wir der Reihe nach vor.“ Und doch hat der Sturm auch etwas Gutes – für einige zumindest. Gestern hatten die Schüler frei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen