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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 20:58 Uhr

Wildtiere : Das Findelkind fliegt wieder

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Acht Wochen lang wurde ein in Niebüll gefundenes Eulen-Küken mühsam aufgepäppelt und nun wieder ausgesetzt

Eine Tiertragödie mit hoffentlich glücklichem Ausgang: Vor acht Wochen fanden die beiden Niebüller Marilyn Reverchon und Ekkehard Schuster im Tegelring auf dem Gehweg vor ihrer Haustür eine kleine Sumpfohreule. Das Eulenbaby hatte durch jämmerliches Fiepen auf sich aufmerksam gemacht, war offenbar völlig verhungert und noch flugunfähig. Die Hausbewohner informierten den Verein Wildtierhilfe Mildstedt. Dessen Vorstandsmitglied Iris Wilms nahm sich des hilflosen Vogels an, päppelte ihn acht Wochen lang auf und brachte ihn am Mittwoch zurück an den Fundort – wohlbehalten, fast schon erwachsen und vor allem hellwach um sich blickend.

Dort wurde die Eule in die Freiheit entlassen – und zwar im Beisein ihrer Retter und mehrerer Nachbarn, die lebhaften Anteil am Schicksal des kleinen Wildtieres nahmen. Zuerst zaghaft, danach Flügel schlagend mutiger nahm die Sumpfohreule ihre Umgebung in Besitz. Sie hüpfte und flog von Ast zu Ast setzte sich auf die Mülltonne und einigte sich sogar mit Kater Paul-Heinrich über das Futter, bestehend aus Mäusen und Küken. Noch verweilt die Eule in ihrem Fundrevier, in dem sie von ihren Eltern vermutlich verlassen wurde. Marilyn Reverchon und Ekkehard Schuster warten gespannt auf die Weiterentwicklung der Eule. Das inzwischen gut zehn Wochen alte Tier gehört zur Gattung der Ohreulen, erkennbar an den kurzen Federohren, die zumeist angelegt sind und sich nur bei Gefahr oder in ungewohnten Augenblicken aufstellen. Der Engländer nennt den Greifvogel die „Short eared Owl“. Die Eule lebt in Feucht- und Marschgebieten, wird 40 Zentimeter lang und kann ihre Schwingen bis zu 90 Zentimeter ausfahren. Sie ist tagaktiv, bodenbrütend und vagabundiert gern.

Die Tegelringer Nachbarschaft fühlt sich durch die Bekanntschaft mit der jungen Sumpfohreule bereichert. Jetzt wünschen sich dort alle, dass der junge Wühlmausjäger möglichst schnell den Weg in die Freiheit findet. Wo er ja auch hingehört.

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