Omikron in Nordfriesland : Darum sind viele Eltern von Schülern in Niebüll verunsichert

Author: Arndt Prenzel
Maskenpflicht und Selbsttests: Auch die Schüler der Gemeinschaftsschule Niebüll müssen weiter mit den Corona-Auflagen leben.

Verordnungen, Erlasse, Schnupfenpläne und Hygienekonzepte – viele Eltern blicken beim Thema Corona in der Schule kaum noch durch. Ralf Magnussen, Elternvertreter an der Gemeinschaftsschule Niebüll, beschreibt die Lage.

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19. Januar 2022, 15:13 Uhr

Verordnungen, Erlasse, Schnupfenpläne und Hygienekonzepte – viele Eltern blicken beim Thema Corona in der Schule kaum noch durch. Ralf Magnussen, Elternvertreter an der Gemeinschaftsschule Niebüll, beschreibt die Lage.

Die Verunsicherung ist bei vielen Eltern von Schülern genauso groß wie die Hoffnung, dass es für möglichst alle Klassen beim Präsenzunterricht bleibt. So fast Ralf Magnussen, Vorsitzender des Schulelternbeiratsvorstands der Gemeinschaftsschule (GMS) Niebüll mit ihren 26 Klassen, das derzeitige Stimmungsbild zusammen.

„Die Zahl der Verordnungen, Erlasse, Hygienekonzepte, Schnupfenpläne sowie die permanente Aktualisierung dieser Vorgaben ist auch nicht leicht zu durchschauen. Dazu braucht man schon Zeit und fundierte Informationen“, sagt Ralf Magnussen.

Die würden die Elternvertreter durch eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Schulleitung bekommen. Magnussen selbst werde zudem als Delegierter des Kreises Nordfriesland im Landeselternbeirat zusätzlich durch das zuständige Ministerium zum Thema Corona in den Schulen auf den Laufenden gehalten.

Meine Mailbox ist voll. Es gibt viele Anrufe mit Fragen wie: Was mache ich, wenn es positive Fälle in der Klasse gibt? Ralf Magnussen

Doch diese Möglichkeiten hätten viele Eltern nicht. „Meine Mailbox ist voll. Es gibt auch viele Anrufe mit Fragen wie: Was mache ich, wenn mein Kind in der Schule positiv getestet wurde? Oder was tun, wenn es bestätigte positive Fälle in der Klasse gibt?“.

Die derzeit rasant ansteigenden Infektionszahlen würden die Sorgen weiter vergrößern, da mit Ihnen auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es auch an der Gemeinschaftsschule weitere Infektionen gibt. Bisher habe es nach dem Ende der Weihnachtsferien nur einzelne Fälle gegeben. „Die Impfquote unter den Schülern ist ziemlich hoch“, sagt Ralf Magnussen.

Auch seine eigene Tochter Lena, die in eine der zehnten Klassen geht, sei auf eigenen Wunsch mehrfach geimpft. In den unteren Klassenstufen, bei den Jüngeren gebe es natürlich noch mehr ungeimpfte Schüler als bei den Älteren. Was tun, wenn da morgens in der Schule ein Corona-Test positiv ausfällt?

Positiver Test ist schwierige Situation für alle

„Das ist keine einfache Situation, nicht für den betroffenen Schüler, nicht für seine Klasse und auch nicht für die Lehrkraft. Zum Glück haben wir für solche Fälle unsere beiden Schulsozialarbeiter“, sagt Ralf Magnussen. Das betroffene Kind oder der betroffene Jugendliche müsse sich dann unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben.

Wird eine Infektion durch einen PCR-Test bestätigt, kann sich der Schüler nach den neuen Quarantäne-Regeln nun bereits nach sieben Tagen durch einen PCR- oder einen Schnelltest frei testen. Seine Sitznachbarn gelten nach dieser Verordnung nun nicht mehr als Kontaktpersonen, die ebenfalls in Quarantäne geschickt werden müssen.

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Arndt Prenzel

An der Gemeinschaftsschule Niebüll gab es in diesem Jahr bisher nur vereinzelte Corona-Infektionen.

Auch dies bereitet einigen Eltern Sorgen. „In so einem Fall besteht aber sicher auch an der GMS ein Spielraum, der es Eltern ermöglicht, so ein Nachbarskind auch erstmal zuhause zu behalten und mehrfach zu testen“, sagt der Elternvertreter. Gibt es einen positiven Fall, so wird die ganze Klasse an den fünf darauf folgenden Unterrichtstagen jeden Morgen getestet.

Grundsätzlich halten es Ralf Magnussen und seine Vorstandskollegen aber gut und richtig, möglichst viele Schüler an möglichst vielen Tagen in der Schule unterrichten zu können – auch wenn die Corona-Zahlen derzeit stark ansteigen.

Nicht alle Schüler haben im häuslichen Umfeld optimale Lernbedingungen, zudem fehlen die sozialen Kontakte. Ralf Magnussen

„Nicht alle Schüler haben im häuslichen Umfeld optimale Lernbedingungen, zudem fehlen zuhause die sozialen Kontakte und ein strukturierter Alltag“, sagt Ralf Magnussen. Auch in der Schule gebe es bereits wieder Einschränkungen, zum Beispiel für den Sportunterricht. Da sei statt Kontaktsport dann auch mal nur Spazierengehen angesagt.

Präsenz wichtig für Abschlussklassen

Besonders wichtig sei der Präsenzunterricht in den kommenden Monaten für die Abschlussklassen, also die Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen. „Die leiden bereits seit zwei Jahren unter den Corona-Beschränkungen, es gibt einige Lernrückstände. Das soll bei den Prüfungen aber auch berücksichtigt werden“, sagt Ralf Magnussen.

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