zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 05:03 Uhr

Tourismus : Dagebüll knackt die 100 000-Grenze

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Oase der Entschleunigung“: Gemeinde lockt immer mehr Übernachtungsgäste / Sensibler Umgang mit dem Jahr ohne Badestrand geplant

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2015 | 05:00 Uhr

Wie zügig man Jahresversammlungen abhalten kann, bewiesen die Vorsitzenden und Mitglieder des Dagebüller Fremdenverkehrsvereins (FVV) und des Handels- und Gewerbevereins (HGV) im Hotel Neuwarft. Klaus Schmidt, Vorsitzender des FVV, übergab zunächst an Frank Ketter von der Nordsee-Tourismus-Service-Gesellschaft. Der Touristiker erläuterte die neueste Kampagne des Landes, die für Nordsee-Urlauber unter dem Motto Glück steht. Sein Tipp: „Der praktikable Glücksmoment für den Gast in Dagebüll könnte beispielsweise der selbstgebackene Kuchen des Vermieters sein.“

Die aufgefrischte Homepage www. nordseetourismus.de setzt jetzt nicht mehr auf ein Sammelsurium von Hinweisen, sondern auf Best-of-Tipps, nach dem Motto „Die schönsten zehn Strände“ der Westküste. Der Gesundheits- und Wellnesstourismus ist laut Ketter auf dem Vormarsch; die Urlauber suchten primär Entspannung, sie brauchten also nicht unbedingt bespaßt werden. Stichworte wie vegane Ernährung, Yoga, Selbstfindung und Spiritualität gehörten heute zum Urlauberprofil der Zukunft.

Andrea Scheibe, Geschäftsführerin der Nordfriesland Tourismus GmbH Dagebüll, berichtete über das vergangene Jahr mit diversen Aktivitäten von Messebesuchen bis zum neuen Gastgeberverzeichnis.

Bürgermeister Hans Jürgen Ingwersen betonte, dass Dagebüll in aller Munde sei, eine starke Nachfrage nach Expansion bestehe. Die Planungen zur Weiterentwicklung des Ortes laufen daher auf vollen Touren. Eine neue Ferienhaussiedlung wird gegenüber vom Hotel Neuwarft gebaut, ein Haus des Gastes wird eventuell auf dem Campingplatz entstehen, Überlegungen für einen Wohnmobilstellplatz liegen vor, die Verkehrswegeplanung könnte eines Tages als Einbahnstraße von der Schlüttsielstraße von hinten in den Ort führen. Zentraler Platz mit Tribünen für Veranstaltungen soll der Deichtorplatz am Nordsee-Hotel werden. Das Schöpfwerk wird 2017 verlegt; dann wird auch der barrierefreie Badestrand samt Promenade á la Büsum gebaut. Gesucht werden Investoren für einen neuen Campingplatz und einer Indoorhalle für Kinder.

Das magische Jahr 2017, ein Jahr ohne Badestrand, soll laut Klaus Schmidt sensibel angegangen werden. „Wir wollen die Gäste mit einer einheitlichen Formulierung informieren, nach dem Motto „Danach ist alles besser!“ Spannende Baustellenführungen könnten für Tagesgäste attraktiv sein, eventuell kann auch der nördlich der Mole gelegene Bereich zum Baden genutzt werden.

2014 war für den Fremdenverkehrsverein ein Erfolgsjahr mit einem deutlichen Plus an Übernachtungen. Der Umsatz der Buchungen der Dagebüll-Niebüll-Touristik (DNT) im Jahr 2014 sei auf 200  000 Euro angewachsen – eine Steigerung um 24 Prozent. Die Touristinformation verzeichne gerade am Wochenende starken Zulauf mit bis zu 200 Besuchern. Für den Großraum Dagebüll schätzt Schmidt über 100  000 Übernachtungen für 2014 – nicht zuletzt dank des neu geschaffenen Ferienhausangebots. Die Vertreter der Ferienhaussiedlung und Leuchtturm-Hotel zeigten sich denn auch ebenfalls äußerst zufrieden: „Dagebüll gilt als Oase der Entschleunigung.“

Klaus Schmidt erklärte, dass die FVV-Veranstaltungen gut besucht waren, sie sollen künftig teilweise zeitlich flexibler gestaltet werden. Die Klassiker Muscheltage und Molenfest werden um Events wie Oldtimer-Treffen (Anfang Juni) und Deich- sowie Wattrallyes aufgewertet. Das Thema geführte Radtouren ergab einen lebhaften Dialog. „Dagebüll ist dafür offen, Interessenten können sich ab sofort melden“, brachte Klaus Schmidt die Sache auf den Punkt.

Der Vorsitzende des HGV Dagebüll Bernd Jannsen behielt das hohe Tempo seines Vorredners bei. Er lobte den Weihnachtsmarkt, verwies auf den Erfolg des ersten Kindertags, den Niels Arndt angeregt hatte. „Überall war etwas los“, bestätigte Arndt. Bernd Jannsen schlug vor, die HGV-Mitgliedschaft auch nach außen per Plakette zu dokumentieren. Eine Idee, die auf große Resonanz stieß. Die üblichen Wahlen ergaben bei beiden Vereinen keine nennenswerten Veränderungen; die maßgeblichen Dagebüll-Antreiber bleiben alle an Bord.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen