Gemeinden im Fokus : Dagebüll als touristisches Zentrum

Bürgermeister Hans Jürgen Ingwersen hofft, dass die Gemeinde Dagebüll ihre Stellung als Tourismus-Hochburg Südtonderns weiter ausbaut

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01. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Das Jahr neigt sich dem Ende. Zeit, ein Fazit zu ziehen. Was gelang prächtig? Wo ist noch Nachbesserungsbedarf? Südtonderns Bürgermeister ziehen bei ihren Gemeinden Bilanz. Heute denkt Dagebülls Bürgermeister Hans Jürgen Ingwersen laut über den Zustand und die Zukunft seiner Gemeinde nach.

Das Jahr 2014 hat viele Neuerungen für Dagebüll gebracht – was waren für Sie als Bürgermeister die entscheidenden Ereignisse?

Hans Jürgen Ingwersen: Der Höhepunkt war definitiv der Abschluss des dritten Bauabschnittes in Dagebülls Ferienhaussiedlung. In Kombination mit dem guten Sommer hatten wir in Dagebüll Hafen tolle Besucherzahlen und deutlich mehr Buchungen als noch im vergangenen Jahr. Man hört in der Ferienhaussiedlung schon von Vermietungszeiten von über 200 Tagen. Das ist eine sehr positive Entwicklung.

Was gab es noch?

Uns freut zum Beispiel sehr, dass sich die drei Feuerwehren in der Gemeinde geeinigt haben, und jetzt zum Jahresende fusionieren wollen. Diese Entscheidung ist für den Brandschutz in der Gemeinde der richtige Weg. Besonders mit Blick auf den demografischen Wandel, der dazu führen wird, dass wir immer weniger junge Leute an die Wehr heranführen können, müssen wir hier unsere Kräfte unter einem gemeinsamen Wehrvorstand bündeln. Dazu passt, dass wir an zentraler Stelle in Fahretoft jetzt ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut haben.

Kann die Gemeinde schon in Konkurrenz zu Küstenorten wie Büsum treten?

Dagebüll ist der touristische Schwerpunkt in Südtondern – das muss man klar sagen. Die Nordsee, die gute Luft und die Landschaft sind das Pfund mit dem wir hier wuchern können. Wir sehen das nicht nur an den Besucherzahlen, sondern auch daran, dass Menschen aus anderen Regionen Deutschlands extra nach Dagebüll ziehen. Die Gemeinde wird als Wohnsitz beliebter.

Die Zukunft Dagebülls liegt also unumkehrbar im Tourismus?

Wir ernten jetzt die Früchte einer Planung, die bereits vor zwanzig Jahren eingeleitet wurde und natürlich wollen wir auf diesem Weg weitergehen. Wir sehen Dagebüll schon jetzt in einer Linie mit den anderen Westküsten-Orten. Und ja – Büsum ist da eine Perspektive. Daneben werden Landwirtschaft und regenerative Energie aber natürlich auch eine große Rolle spielen.

Mit Blick auf das kommende Jahr - was werden die Themen in Dagebüll sein? Wird das zum Beispiel das Schöpfwerk versetzt?

Die Dynamik, über die wir heute reden, hat schon im Jahr 2000 mit dem städtebaulichen Wettbewerb ihren Anfang genommen. Schon damals hatten wir den Anspruch, dass das Schöpfwerk umgesetzt wird. So etwas dauert natürlich, und es hat bei dem Vorhaben sehr viele Höhen und Tiefen gegeben. Derzeit ist Stand, dass wir nur noch auf die Verträge warten. Mündliche Einigungen bestehen bereits – deswegen sind wir guter Dinge, dass die Schöpfwerk-Verlegung aus dem Kernbereich des Badestrandes kommen wird.

Das ganze Paket aus Schöpfwerk, Modernisierung des Badestrandes und Deicherhöhung wird damit wann abgeschlossen sein?

Wir gehen davon aus, dass es im nächsten Jahr noch Planung geben wird. Auch bezogen auf Parkplätze, Freizeitangebote und Verkehr. Perspektivisch heißt das Abschluss bis 2018.

Wie steht es mit der Idee , in Dagebüll einen Indoor-Spielplatz zu eröffnen?

Wir sind da auf der Suche nach einem Investor. Als Kommune wäre es schwer, ein solches Wirtschaftsunternehmen selber zu betreiben. Wir haben in dieser Hinsicht gute Erfahrung mit dem privaten Betreiber des Parkplatzes gemacht.

Wie will Dagebüll der Überalterung im ländlichen Raum begegnen – oder wie will man den älteren Menschen entgegenkommen?

Wir haben mit anderen Gemeinden zusammen eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Diese hat gezeigt, dass der soziale Zusammenhalt hier noch sehr gut funktioniert und der Bedarf für Begleitinfrastruktur wie zum Beispiel ein Bürgerbus hier noch nicht gegeben ist. Wir sind uns natürlich bewusst, dass die Zeit läuft und wir uns Gedanken machen müssen. Beste Voraussetzungen, um solche Angebote in Zukunft auch bezahlen zu können, ist der wirtschaftliche Aufschwung in Dagebüll-Hafen. Mit Blick auf den Haushalt, der sich durch Gewerbesteuereinnahmen sehr gut entwickelt, bin ich hier optimistisch.

Bitte vervollständigen sie diesen Satz: Wenn ich an Dagebüll denke...

dann sehe ich eine liebenswürdige Tourismusgemeinde in bester Lage und mit einer tollen Zukunft.

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