zur Navigation springen

Flugrettung : Dänen fliegen mehr Einsätze selber

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Anzahl der Flüge des Rettungshubschraubers Christoph Europa 5 nach Süddänemark sinkt / Zu immer mehr Notfällen eilen die Dänen selbst

Zwei Hubschrauber der DRF Luftrettung gibt es in Schleswig-Holstein, einer steht bekanntlich in Niebüll, ein anderer in Rendsburg. Anfang der Woche wurden nun die Einsatzstatistiken der beiden Helikopter veröffentlicht (wir berichteten). Dabei war zu erfahren, dass in Rendsburg die Zahl der Flüge gestiegen ist, in Niebüll hingegen gesunken. Genau genommen hob „Christoph Europa 5 “ 86 Mal weniger als im Vorjahr ab. Grund sind die Dänen.

Neben seinen Einsätzen im nördlichen Schleswig-Holstein wird Niebülls Helikopter auch für Rettungseinsätze in Süddänemark alarmiert. Derart grenzüberschreitend war die Besatzung 2014 aber insgesamt nur halb so oft unterwegs wie in den Jahren zuvor. Ein Rückgang, der durch Umstrukturierungen im Nachbarland zustande kommt. „Zum einen liegt es daran, dass in Esbjerg ein zusätzliches Notfalleinsatzfahrzeug angeschafft wurde“, erklärt Hans-Martin Slopianka vom Kreis Nordfriesland. Ausschlaggebend sei aber auch, dass seit einem halben Jahr im dänischen Billund ebenfalls ein Rettungshubschrauber stationiert ist. Dieser soll eigentlich die mittlere Region Dänemarks versorgen. „Seit der aber dort vor Ort ist, sind unsere Einsätze jenseits der Grenze spürbar weniger geworden“, sagt Christoph Maier, Stationspilot in Niebüll. „Er fliegt Orte an, die wir vorher angeflogen hatten, obwohl er teilweise länger Anflugzeiten hat.“

Zur Erinnerung: Noch vor Kurzem stand die Zukunft des Niebüller Rettungshubschraubers in den Sternen. Die Kooperation der Dänen mit dem Rettungsflieger der Deutschen Rettungsflugwacht sollte gestrichen werden, weil der Einsatz von Christoph Europa 5 auf dänischer Seite angeblich zu viel kostet. Erst nach vielen Gesprächen ließen sich die Dänen auf eine weitere Mitfinanzierung ein.

Ob nun mit politischem Kalkül die Einsätze nach Dänemark bewusst reduziert werden, um Christoph Europa 5 irgendwann verzichtbar zu machen, darüber mag sich Maier nicht äußern. „Das ist nicht unsere Angelegenheit. Unser Fokus bleibt ganz klar die optimale Versorgung der Menschen in unserer Region mit medizinischer Hilfe. Und dabei sind für uns Grenzen unerheblich.“

 

zur Startseite

von
erstellt am 07.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen