Celtic Cowboys : Country-Mix mit viel Pfeffer

Irish Folk, Western Swing, Bluegrass und Skiffle: Die Celtic Cowboys heizten ihrem Publikum im Charlottenhof ordentlich ein

shz.de von
10. Juli 2015, 05:00 Uhr

Die Charlottenhof-Crew wagte wieder einmal etwas Neues: Diesmal traten am Mittwochabend erstmals die Celtic Cowboys auf. Den Zuschauern gefiel es, wenngleich der Zuspruch – vielleicht war es dem Wettereinbruch zuzuschreiben – etwas mager war. Die sechs Jungs aus Harburg boten einen flotten Mix aus Country, Irish Folk, Western Swing, Bluegrass und Skiffle, angereichert mit Elementen von Blues und Rock ’n’ Roll.

Viele Songs waren selbst geschrieben, so auch gleich ein Lied zu Beginn, das Leadsänger Dirk seiner Frau gewidmet hatte. „Ich hatte kein Geld, um ihr zum Geburtstag etwas Schönes schenken!“ Humorig gaben sich die Männer mit dem Stetson auf dem Kopf. Und besonders engagiert: „Es ist ein wunderbarer Ausgleich zu unseren sonstigen bürgerlichen Berufen“, verriet Hartmut Markmann, EDV-Kaufmann. „Nach der Show in Klanxbüll geht es gleich wieder zurück, denn alle müssen morgen früh wieder arbeiten.“

Mit viel Elan und Schwung ging daher es durch das Programm. „Deputy Dirk“, der deutschlandweit als bester Countrysänger 2012 und erneut 2014 gekürt wurde, beknarzte mit höheren Tönen den Verlust seiner „Sweet Suzie“. Das Lied belegte beim Countrywettbewerb den dritten Platz in der Kategorie „bester Song“! Während die Pioniere des Bottleneck-Spiels den Hals einer Glasflasche benutzten, nahm Dirk Schulze das übliche Zubehör bei seinem nächsten eigenem Stück „Simple life“. Eine eingängige Melodie, die das einfache Leben glorifiziert. Mit plötzlichem Tempowechsel, so dass die Cowboys fast außer Atem gerieten. Das kam beim Publikum gut an. Mit dem „Galway Girl“ wurde eines der beliebtesten und erfolgreichsten Songs in Irland der vergangenen Jahre präsentiert. Ein Lied, das auf einer wahren Begebenheit, auf einer romantischen Begegnung beruht. Es wurde von dem amerikanischen Songwriter Steve Earle geschrieben, während er in Irland lebte und arbeitete.

Insofern passte es genau in die Richtung der Celtic Cowboys. Ein wenig Irish Folk, stark durchsetzt mit Country. So erinnerte mancher Song an Jonny Cashs Interpretation, der vorantrabende Countryrhythmus als Grundlage des musikalischen Ausritts. Nach der Pause gab es mehr Pfeffer, mehr Stimmung. Dargeboten wurden weitere bekannte Songs wie „Las Vegas“ , ein Lied von der Irish-Folk-Rock-Gruppe „Goats don’t shave“. Richtig rasant wurde es mit „East Bound and Down“, gesungen von Jerry Reed, der Erkennungsmusik zum Kultfilm „Smokey and the Bandit“.

Die Musiker überzeugten an ihren Instrumenten, hervorzuheben wäre Guido Plüschke, der das Tenor-Banjo und die Mandoline perfekt bediente. Nahezu stoisch der Bassmann – diesmal aushilfsweise dabei: Volker „Hired Hand“ Schmidt. Der nämlich zupft sonst bei „Torfrock“ die Bassgeige. Mit Applaus wurden die Gruppe verabschiedet; sie darf wiederkommen.

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