75 Jahre Herrenkoog : Chronik: Vier Jahre Arbeit investiert

 <strong>Kreispräsident</strong> Albert Pahl (M.) überreicht den Bürgermeistern Christiansen (r.) und Ingwersen eine Kreisfahne. Foto: Dieter Wrege
Kreispräsident Albert Pahl (M.) überreicht den Bürgermeistern Christiansen (r.) und Ingwersen eine Kreisfahne. Foto: Dieter Wrege

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05. Juli 2010, 07:01 Uhr

Risum-Lindholm | Gute Zeiten - schwere Zeiten: Die noch junge Geschichte des Maasbüller Herrenkoogs hat alles zu bieten. Die schweren Zeiten lagen am Beginn der Besiedlung dieses dem Meer abgerungenen Stückchens Nordfriesland. Aber was dann folgte, waren gute Zeiten, geprägt von Gemeinschaftssinn, innovativem und kreativem Streben und manch pfiffiger Idee. Das alles galt es am Wochenende zu feiern: drei Tage lang , bei brütender Hitze, unter einem Zeltdach oder im Sattel den Pferde auf Hauke Jensens Fenne am Türkeiswäi, nicht weit von der Herrenkoogstraße.
Drei Bände voll mit Geschichte
Der Festabend im 500-Personen-Zelt stand ganz im Zeichen der Erinnerung. Damit nichts der Vergessenheit anheim fällt und damit sich die Kinder bewusst sind, was ihre Vorfahren geleistet haben, wurde schon beim Silberjubiläum vor 50 Jahren aufgeschrieben, wie das alles früher war, wie der Koog entstand und wie es den ersten Siedlern ergangen war. Um den Landwirt Lewe Rasmussen scharte sich eine Chronik-Gemeinschaft, die eine erste Aufzeichnung verfasste. Eine zweite "Chronik des Herrenkooge" unter Redaktionsleitung von Albert Panten, dem Niebüller Heimatforscher, wurde zu einem umfassenden Gesamtwerk von der Landgewinnung in der Dagebüller Bucht bis zur Gegenwart.
Vier Jahre Arbeit
Chronik Nummer drei, die jetzt zur 75. Wiederkehr der Tage der ersten Besiedlung herausgegeben wurde, ist eine Fortschreibung über das Koogsgeschehen der vergangenen 25 Jahre. Wieder formierte sich eine Chronik-Gemeinschaft, die mit den umfassenden Arbeiten vor vier Jahren begann. Dr. Peter Brodersen und Boy Gonnsen stellten Verfasser und Herausgeber vor: Das sind außer den beiden Hauke Jensen noch Hinrich Matthiesen, Sonja Petersen, Otto Hennig, Antje Mathiesen, Rosemarie Erichsen, Helga Lorenzen, Christiane Friedrichsen, Ingo Rossen, Kirsten Oldsen und Hannelore Hesse und als Gäste Albert Panten sowie Anne Christine Martensen.
Breites Spektrum
Peter Brodersen blätterte in der Chronik und machte im Telegrammstil neugierig auf das, was in dem 283 umfassenden Buch nachzulesen ist: von der Landwirtschaft, Landtechnik, erneuerbaren Energien, dem Bau eines eigenen Radweges, dem Sielwesen , Jagd und Fischerei sowie Häusern und Höfen bis zum Sport, vertreten durch die einstige Viktoria und die heutige Frisia, die Herrenkooger Triathleten und Ringreiter, ferner zur Feuerwehr, der Schule und Kindheitserinnerungen. Ein an bunten Facetten reiches Buch der Erinnerungen, das auch Nachbarn der Herrenkooger interessant finden dürften.
Festredner
Kreispräsident Albert Pahl zeigte sich "op Platt" beeindruckt von dem, was hier geschaffen wurde. Amtsdirektor Otto Wilke lobte den Gemeinsinn der Koogsbewohner. Bürgermeister Hauke Christiansen attestierte seinen Mitbürgern aus dem Koog, stets die Zeichen der Zeit erkannt und die sich bietenden Chancen genutzt zu haben. "Der weite Himmel und der Zug der Wolken sind das, was mich mit diesem Koog verbindet", schwärmte Pastor Tim Ströver, der den "Koogern" Gottes Segen wünschte. "Ohne unser Sielwesen wäre der Herrenkoog nicht das, was er heute ist", sagte Oberdeichgraf Jan Albrecht, dessen Wiege einst auf der Herrenkooger Schäferhallig stand. "Wir bemühen uns, unseren Kindern Gemeinschaft vorzuleben", ließ Hans Henry Carstensen, Chef der Herrenkooger Ringreiter, anklingen. Hartmut Wiebe (SV Frisia 03) erinnerte an seinen Freund und Sportkameraden Helmut Hennig, der mit dem TSV Viktoria "Leben in die Bude" brachte. Das letzte Wort hatten die Landwirte im Kreisbauernverband Südtondern, vertreten durch Nickels Brodersen, der seine Berufskollegen ermunterte, stets den Blick für die gemeinsamen Ziele zu schärfen.
Musik
Für den musikalischen Rahmen des Festabends sorgten das 1.Orchester des Harmonikaclubs Niebüll unter der Leitung von Martin Gehrke und der Herrenkooger Chor unter der Leitung von Marianne Schreiber.

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