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Nordfriesland Tageblatt

21. September 2017 | 21:24 Uhr

Mobilität : Carsharing: Ein Auto – viele Nutzer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Für Wenigfahrer soll das Teilen eines Elektro-Automobils zur Alternative werden / Pilotprojekt für Süderlügum geplant

von
erstellt am 27.Jun.2015 | 05:00 Uhr

Dass ordentlich die Werbetrommel gerührt werden muss, ist Stephan Wiese von „eE4mobile“ von vornherein kar. Schließlich geht es um ein Novum, dass er zusammen mit Dirk Porsch auf die Beine stellen will. Geplant ist Südtonderns erstes „Carsharing“. Ein Begriff, der für das gemeinsame, organisierte Nutzen eines Automobils steht. Und als Besonderheit handelt es sich bei dem Fahrzeug um ein Elektroauto. „In Nordfriesland wird mit den Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen fünf Mal mehr Strom produziert, als wir verbrauchen“, erklärt Wiese dazu. So sei das Carsharing mit Elektrofahrzeug eine gute Gelegenheit, den Strom auch hier in der Region zu lassen und zu nutzen.

Carsharing ist in größeren Städten seit den 90er Jahren bereits geläufig. Stephan Wiese will nun auch die Dorfbewohner dazu motivieren. Geeignet sei das Vorhaben für Wenigfahrer – also Personen, die unter 10  000 Kilometer pro Jahr mit einem Pkw unterwegs sind. Für sie sei es deutlich günstiger, sich ein Fahrzeug zu teilen, statt es zu kaufen.

In Süderlügum gibt es bereits erste Interessenten, die sich so ein Carsharing vorstellen könnten. „Kommt das Pilotprojekt zustande, muss derjenige, der eine Fahrt plant, auf einer Buchungsplattform im Internet den Wagen reservieren“, erläutert Dirk Porsch. Im Gegensatz zur konventionellen Autovermietungen ist dabei auch ein kurzzeitiges Anmieten möglich. Das Fahrzeug steht auf einem festem Parkplatz mit Ladestation bereit und muss dorthin nach der Tour auch wieder zurückgebracht werden. Die Kosten der Nutzung richten sich nach der Dauer sowie den gefahrenen Kilometern. Darüber hinaus kommen auf die Carsharing-Nutzer neben einer Aufnahmegebühr auch monatliche Fixkosten zu, denn die Kfz-Haltung wird auf die Beteiligten verteilt.

„Natürlich müssen alte Denkmuster aufgebrochen werden“, ahnt Stephan Wiese. Denn gerade auf dem Lande falle es den Bürgern anfangs sicherlich schwer, das Auto als das „liebste Kind der Deutschen“ zu teilen. „Erstaunlicherweise ist für viele der eigene Wagen noch ein Statussymbol.“ Dennoch ist Wiese zuversichtlich. „Man fängt in einem Dorf mit einem Auto an“, sagt er. „Und wenn es dann läuft, dann kom mt ein weiteres Auto in einem weiteren Dorf dazu.“

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland sind mittlerweile bei Carsharing-Anbietern registriert, die Tendenz ist steigend. Wiese glaubt daher an einen Erfolg: „Nur fahren wir dabei lieber mit Strom vom Deich als mit Öl vom Scheich.“


❍Weitere Infos zum Projekt gibt es unter der Nummer 0174/3821719.

 

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