Suchtberatung : Cannabis – die unterschätzte Droge

Pia Domagala ist die neue Fachkraft für Suchtprävention Beim BBZ in Niebüll / Sprechstunde soll sich insbesondere an Berufsschüler richten

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20. Juni 2015, 05:00 Uhr

Cannabiskonsum ist wie Alkohol inzwischen gesellschaftsfähig geworden, ein Unrechtsbewusstsein beim Drogenkonsum besteht kaum noch. Kiffen, die sanfte, angeblich smarte Form der Betäubung, oft getarnt als Entspannung, kann jedoch gefährlicher sein, als mancher denkt, der nur mal probieren wollte. Die Droge kann verheerende (Spät-)folgen wie Depressionen bis hin zu Psychosen haben. Im Beratungs- und Behandlungszentrum Niebüll will man dagegensteuern, es gibt mit Pia Domagala eine neue Fachkraft für Suchtprävention. „Meine erste Aufgabe wird sein, die Planung und Durchführung einer Cannabis-Prävention für junge Erwachsene an Berufsschulen zu konzipieren und eine Cannabis-Sprechstunde für Jugendliche zu konkretisieren.“ Ziel sei es, die Jugendlichen zum Nachdenken anzuregen, den Konsum kritisch zu reflektieren. Die Auseinandersetzung mit der Droge sei der erste Schritt zum Ausstieg.

„Aufgrund meiner Arbeit in der offenen Jugendarbeit im Haus der Jugend Leck habe ich mich während des Studiums mit den Themengebieten Jugend, Drogen, Sucht und Prävention auseinandergesetzt und deshalb diese Gegenstand meiner Diplomarbeit gemacht. Die neue Aufgabe ist spannend. Die Arbeit in der Suchtprävention ist ein umfangreiches Themengebiet,“ sagt Pia Domagala.

In der offenen Sprechstunde speziell für Berufsschüler nach den Sommerferien soll eine entspannte Kontaktsituation dazu dienen, sich zu begegnen, sich Rat zu holen. Ihre offene Art wird es jungen Menschen erleichtern, sich an sie zu wenden. Pia Domagala wird dann nach Wunsch unter anderem eine entsprechende Vermittlung in Therapieeinrichtungenin die Wege leiten.

Die Diplompädagogin hilft auch dabei eine „Ersatzdroge“ wie Sport oder zu finden. Die Devise ist „Jedem kann geholfen werden“. Ziel der Therapie ist dann: Jugendliche lernen mit Drucksituationen umzugehen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen und zu halten, einen sensiblen Umgang mit psychoaktiven Substanzen und Verhaltenssüchten, einschließlich der Fähigkeit, Angebote von Dritten ablehnen zu können.

Kirsten Karberg (Leitung BBZ Niebüll) sieht in dem Angebot eine sinnvolle Ergänzung: „Im BBZ Niebüll werden seit über 20 Jahren Veranstaltungen zur Suchtprävention für Jugendliche durchgeführt. Sie richten sich vornehmlich an Schüler der 7. und 8. Klasse und erstrecken sich über drei Tage.“ Das BBZ Niebüll biete aber auch Suchtgefährdeten, Suchtkranken und deren Angehörigen kostenlos und streng vertraulich Hilfe an. Karberg: „Eine Hilfe, mit der bei vielen Klienten eine Verbesserung der Situation, das heißt der körperlichen, psychischen und sozialen Lage und Abstinenz vom jeweiligen Suchtmittel erreicht wird.“ Suchtprävention sei nicht ausschließlich Aufgabe der Schulen, sondern sollte auch im Elternhaus Thema sein. Deswegen biete das BBZ Niebüll zu allen suchtpräventiven Maßnahmen bei Bedarf flankierend Infoabende für interessierte Eltern an, betont die Einrichtungsleiterin.

Nähere Infos unter Telefon 04661/96590 (BBZ) oder per E-Mail an Pia Domagal unter d.domagala@dw-suedtondern.de

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