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Geschichte : Buntes Bekenntnis zur Orts-Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Facebook-Gruppe „Leck/NF – früher und heute“ hat knapp 2200 Mitglieder – ihre Zugehörigkeit können sie jetzt mit einem Aufkleber zeigen

Wer kann sich noch an das Lecker Krankenhaus oder das Gefängnis mit dem Amtsgericht erinnern? Wer kennt noch den alten Milchmann Burmeister? Wie entstand der Augarten? Und wer sah jemals die legendäre Oben-Ohne-Bedienung im „Kleinen Versteck“? Antworten auf diese und viele Fragen mehr gibt „Leck/NF – früher und heute“.

Als Wilfried Christiansen am 1. Februar 2012 diese Facebook-Gruppe gründete, hoffte er auf rund 20, 30 Interessierte. Schnell seien es mehr als 100 Menschen gewesen, die Gefallen an dem gezielten Austausch über Lecks Vergangenheit und Gegenwart fanden, erinnert sich der 53-jährige Polizeihauptmeister. Und heute, vier Jahre später, haben knapp 2200 Mitglieder eine erfolgreiche Beitrittsanfrage für die digitale Gemeinschaft gestellt und freuen sich über kostenlose Informationen und aktiven Austausch. Zudem kommentieren sie fleißig die gesammelten fast 4000 Fotos, 200 informative Texte sowie diverse digitalisierte Videos vorwiegend aus der Vergangenheit, aber auch aus der aktuellen Zeit der Gemeinde Leck und Umgebung.

„Wir sind ein digitaler Geschichtsverein, der von Erinnerungen lebt.“ Die Facebook-Gruppe vergleicht Christiansen mit einer Kneipe, sich selbst mit einem Koch: „Ich bereite aus den vielen interessanten Zutaten eine Suppe zu und freue mich über Menschen, die Zutaten beisteuern.“ Bisher habe es allen geschmeckt. Allerdings: „Wer mir in die Suppe spuckt, fliegt raus.“ Seit Gründung habe er jedoch nur drei Mitglieder aus der Gruppe entfernen müssen, die andere Mitglieder beleidigt oder gesammeltes Material ohne Zustimmung kopiert hätten.

Schon als Kind habe er es genossen, bei seiner Oma alte Fotos anzuschauen, berichtet Wilfried Christiansen. Mit „Leck – früher und heute“ hat er eine Plattform geschaffen, um die Geschichte rund um Leck digital festzuhalten – und freut sich über die große Resonanz. „Das Sammeln von Vorschlägen für eine weitere Gestaltung des Ortes und vor allem der Spaß an den gemeinsamen Erinnerungen war der Plan, der hervorragend aufgegangen ist und immer mehr Mitglieder anlockt.“ Die Angst vor Facebook hätten schon viele verloren – die ältesten Mitglieder seien mehr als 80 Jahre alt – denn die Plattform werde nur genutzt, um sich hier in einer geschlossenen Gruppe und nicht öffentlich auszutauschen.

Ihr Bekenntnis zu Leck und ihre Zugehörigkeit zur Gruppe können Mitglieder jetzt mit einem eigens designten Aufkleber zur Schau stellen. „Leck“ steht in vier großen, bunten Buchstaben auf schwarzem Grund. „Bilder, Filme und Geschichte(n) um unseren schönen Ort“, ist zudem darauf zu lesen. Den Sticker gibt es für einen Euro in der Buchhandlung Brendel, Hauptstraße 57, in Leck. „So können wir Werbung für die Gruppe und den Ort Leck in die Welt hinaustragen.“ Entwickelt hat das Emblem Bernd Hansen, ein besonders aktives Mitglied der Gruppe und ehemaliger Mitarbeiter der Firma Clausen & Bosse. Der Entwurf, an dem der Rentner in seiner Freizeit getüfelt hat, fand großen Anklang beim Gruppenbetreiber und führte zu der Idee, einen Aufkleber für die Mitglieder zu entwerfen.

Christiansen, der für wichtige Entscheidungen auf ein Beraterteam innerhalb der Gruppe zurückgreifen kann, setzte sich mit ortsansässigen Firmen in Verbindung. Die Fertigung der Aufkleber übernahm die Firma Borkmedia aus Leck, die auch gleich die Herstellungskosten sponserte. „Die Einnahmen werden einem guten Zweck im Ort zugeführt, denn die Gruppe bleibt kostenlos und ist nicht finanziell gewinnorientiert ausgerichtet“, betont Wilfried Christiansen.

Was interessiert die Menschen am Austausch über Leck? „Der Vergleich von früher und heute. Früher war nicht alles besser – aber heute fehlt irgendwie die Gemütlichkeit.“ In der Facebook-Gruppe tauschen sich nicht nur digital alte und neue Bekannte aus und kommentieren alte und gegenwärtige Ereignisse und Erlebnisse rund um den Ort Leck und die Nachbarorte, sondern es gibt auch tatsächliche Treffen. Und es gibt weitere Gedankenspiele, zum Beispiel ein Buch über Leck mit „Früher und heute“-Foto-Schätzen herauszubringen.

 

Leck-Früher und heute

Der Weg in die geschlossene Gruppe führt  über eine  Beitrittsanfrage bei Facebook.   Es folgt eine Nachricht mit einer persönlichen Begrüßung und den Gruppenregeln. Christiansen: „Jeder, der einen Bezug zu Leck hat, ist herzlich willkommen. Und wer die einfachen Gruppenregeln beherzigt,  kann für immer bleiben, wenn er möchte.“  Auch Vereine könnten beitreten. Zudem freut sich der Administrator immer über weiteres Material, das er bei Bedarf selbst digitalisiert und das „selbstverständlich“ unbeschadet wieder zurückkomme. 




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erstellt am 07.Apr.2016 | 05:00 Uhr

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