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Offene Schranken in Klanxbüll : Bundespolizei sieht kein Fehlverhalten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Beamten haben nach Hinweisen aus der Bevölkerung vor Ort ermittelt und entlasten nun die Deutsche Bahn.

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Montag, 6. Oktober: In der Zeit 12.20 bis 13.08 Uhr fällt die mechanische Schrankenanlage in Klanxbüll aufgrund eines Drahtseilbruchs aus und lässt sich nicht mehr schließen. Mehrere Autozüge seien in dieser Zeit, so berichtet eine Anwohnerin, ungebremst über den Bahnübergang gefahren.

Nach der Berichterstattung des Nordfriesland Tageblatt vom Donnerstag, 9. Oktober, über diesen Vorfall hat sich die Flensburger Bundespolizei umfassend mit dem Sachverhalt beschäftigt. „Da in dem Pressebericht auch von einer Gefährdung von Schulkindern die Rede war, wurde bereits am vergangenen Donnerstag eine Streife der Bundespolizei nach Klanxbüll zur Aufklärung entsandt“, erklärt Hanspeter Schwartz, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion in Flensburg. Dabei ging es darum, einem möglichen Fehlverhalten von Lokführern des DB „SyltShuttle“ am Bahnübergang in Klanxbüll nachzugehen. „Wir haben uns vor Ort mit der Hinweisgeberin unterhalten, auch ihre Videosequenzen und Bilder gesichtet.“

Wichtig sei es, zu wissen, „dass es seitens der Deutschen Bahn sehr klare Reglungen gebe, wie ein Lokführer bei Störung eines Bahnübergangs verfahren muss, um immer den sicheren Fahrbetrieb zu gewährleisten“, so Schwartz. Die sehen wie folgt aus: „Der zuständige Fahrdienstleiter erteilt dem Triebfahrzeugführer einen verbindlichen Befehl, vor dem Bahnübergang zu stoppen. Dieser Vorgang wird protokolliert. Durch das Andreaskreuz ist die Vorfahrt für Schienenfahrzeuge klar geregelt. Der Triebfahrzeugführer macht sich bemerkbar (beispielsweise mit einem Hupsignal) und fährt dann mit Schrittgeschwindigkeit bis zur Mitte des Bahnüberganges. So kann der Lokführer sicher sein, dass niemand den Bahnübergang überquert, die Autos halten und er auch gesehen wird.“ Anschließend müsse der Bahnübergang vom Zug möglichst rasch wieder geräumt werden. „Der Zugführer erhöht dafür die Geschwindigkeit.“

Zurück zum gesichteten Video- und Fotomaterial der Klanxbüller Anwohnerin. „Die Hinweisgeberin filmte und fotografierte genau den letzten Teil eines solchen Räumvorganges, also genau den Teil, in dem der Zug vom Montag – völlig regelkonform – schon wieder Fahrt aufgenommen hatte. Da diese Züge bis zu 600 Meter lang sein können, könnte der subjektive Eindruck entstanden sein, der Lokführer hätte ungebremst den Bahnübergang passiert, obwohl es sich lediglich schon wieder um einen Beschleunigungsvorgang gehandelt hat.“ Bildmaterial der Zugbewegung bei der Einfahrt in den Bahnübergang fehlen. Hanspeter Schwartz: „Die Bundespolizei sieht derzeit daher keine Ansätze strafbarer Handlungen.“

Weiterhin weist die Behörde Verkehrsteilnehmer darauf hin, dass Schienenfahrzeuges stets Vorrang haben. „Ist beispielsweise ein Autofahrer sich unsicher, hat er im Extremfall, wie bei Nebel, sogar auszusteigen und sich seiner freien Fahrt zu versichern. Kann er dies nicht, darf er nicht über den Bahnübergang fahren.“

Die Bundespolizei bedankt sich in diesem Zusammenhang noch einmal, dass Anwohner den Vorfall in Klanxbüll gemeldet haben und bittet darum, vergleichbare Ereignisse noch frühzeitiger hinzuweisen, um so schneller einschreiten zu können.

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