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Nordfriesland Tageblatt

22. August 2017 | 03:54 Uhr

Bürgermeister will die Superschule

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Hauke Christiansen hat in der Gemeindevertretersitzung erläutert, welche Vorteile es aus seiner Sicht hätte, wenn es in Risum-Lindholm künftig nur noch eine Grundschule geben würde.

Die Schließung der Grundschule in Risum wurde in der 14. Sitzung der Gemeindevertretung nicht offiziell beschlossen, doch wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Hauke Christiansen geht, ist nach Ablauf des Schuljahres 2016/17 auch die Zeit der Lehranstalt vorbei. Weil Christiansen es jedoch unterlassen hatte, alle Ausschüsse der Gemeindevertretung, die allesamt mit dem Thema Schule zu tun haben, in seine Planungen einzubeziehen, wird am 23. Februar ein interfraktionelles Gespräch nachgeholt. Danach soll es dann aber soweit sein. „Am 15. März wird der endgültige Beschluss gefasst“, kündigte Christiansen entschlossen an.

Die Sitzung fand im Knopp statt – nicht wie gewohnt in der Feuerwache. Es war ein großer Andrang erwartet worden. Doch es kamen gerade mal 20 Besucher, unter ihnen die Elternbeiratsvorsitzende Sylvie Rösch, die vehement um die Erhaltung der „Herrenkoogschule“ ringt. Rösch hält die geplante Schulschließung für nicht durchdacht. An ihrer Seite hat sie Jörg Fey aus dem Elternbeirat. Beide haben die Hoffnung auf den Fortbestand der Schule nicht aufgegeben.

„Es gibt mehr Gründe als nur die schulischen, die Risumer Schule zu schließen“, sagte Bürgermeister Hauke Christiansen. „Wir wollen diese Schule nicht erhalten“, stellte er seinen Argumenten voran. Unter dem Titel „Ein Dorf – eine Schule“ listete er eine Reihe von Fakten auf, die für die Nis-Albrecht-Johannsen-Schule in Lindholm mit ihren 105 Kindern und einer Fülle leerer Klassen sprechen. Zusammen mit den zurzeit 59 Risumer Kindern könne eine starke Grundschule entstehen. Angesichts ihrer Ausstattung, ausreichendem Personal sowie Sportstätten, Ganztagsangeboten und Schulküche werde die Gemeinde eine Superschule anbieten können. „Die Risumer Schule zu erhalten, bringt nichts“, pflichtete ihm Kollege Julius Dohrn bei. Bezugnehmend auf die unterschiedlichen Konzepte, erklärte Schulrätin Astrid Finger, es sei auch an nur einer Schule möglich, zwei Systeme anzubieten. Risums Schulleiterin Arngard Janiesch sagte: „Wir werden umsetzen, was die Gemeinde beschließt. Wir blicken nach vorn.“ Brigitte Reuther (Oberstudiendirektorin a. D.) ergänzte: „Egal, was beschlossen wird: Es muss schnell entschieden werden, damit sich die Eltern darauf einstellen können.“

„Wir werden nichts im Kämmerlein entscheiden“, sagte Bürgermeister Christiansen mit Blick auf die anstehenden Termine. „Wir können es aber nicht jedermann recht machen. Die Zeiten haben sich geändert.“

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erstellt am 15.Feb.2016 | 10:23 Uhr

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