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Leck sucht Paten für Flüchtlinge : Bürgermeister setzt auf Solidarität

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Rüdiger Skule Langbehn rechnet damit, dass die Zahl der Hilfe Suchenden Neubürger weiter steigen wird.

Die ehrenamtlichen Patenschaften für Flüchtlinge sind ein Erfolgsmodell – das allerdings zumindest in Leck langsam an seine Grenzen stößt. Koordinatorin Monika Hahn-Nanninga warb während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung eindringlich darum, die Suche nach neuen Ehrenamtlichen zu unterstützen. Denn es gibt immer mehr Menschen, die Hilfe bei der Eingewöhnung im fremden Land benötigen. Seien es bei Gründung des Runden Tisches Ende des vergangen Jahres 54 neue Migranten im Bereich der ehemaligen Karrharde und Leck gewesen, belaufe sich die Zahl inzwischen auf 100.

Laut Judith Horn vom Amt Südtondern gibt es im Amtsbereich derzeit 204 Asylbewerber, 110 davon werden vom Sozialzentrum in Niebüll betreut, 94 vom Sozialzentrum in Leck, eventuell kommen weitere Familienangehörige dazu. Rüdiger Skule Langbehn, Bürgermeister in Leck, rechnet mit deutlichen Steigerung: Die Nachrichten verdeutlichten, dass die im kommenden Jahr zu erwartenden Flüchtlinge mindestens das Zweifache der diesjährigen Zuweisung übersteigen werde. Langbehn: „Wenn die Zahl der Neubürger in Leck heute bei ,Einhundert‘ liegt, muss davon ausgegangen werden, dass noch ,Zweihundert‘, vielleicht auch mehr, im kommenden Jahr bei uns dazukommen werden.“

Diese Herausforderung sieht Langbehn nicht nur als Aufgabe der einzelnen Kommunen und der Unterzentren Leck und Niebüll sowie der ländlichen Zentralorte wie Süderlügum: Man müsse sich gemeinsam und solidarisch die Frage stellen, „ob wir in den Kommunen und seitens unseres Amtes Südtondern auf diese Veränderungen bereits heute bewusst eingestellt, vorbereitet und richtig aufgestellt sind.“

Lecks Bürgermeister hat noch mehr Fragen: „Welche Pläne verfolgt das Amt Südtondern, um die 2016 zu erwartenden Menschen rasch und störungsfrei aufzunehmen und zu integrieren? Gibt es dazu eine Arbeitsgruppe?“ Die Unterbringung sei dabei nur ein Aspekt, dazu kämen unter anderem die Begleitung bei zukünftigem Ausbleiben des Ehrenamts, die Erfüllung des gesetzlichen Anspruchs auf einen Kindergartenplatz und das Thema Arbeit. Es gebe dringenden Gesprächs- und Handlungsbedarf zwischen Amt, dem Kreis sowie den Gemeinden untereinander. „Wenn erst die Sporthallen für die Unterbringung genutzt werden müssen, ist es für einen Austausch und eine Vorbereitung zur Aufnahme von ankommenden Flüchtlingen zu spät“, sagt Langbehn.

Seine Anregungen und Fragen hat Lecks Gemeindechef bereits Amtsdirektor Otto Wilke und Amtsvorsteher Peter Ewaldsen mitgeteilt, mit der Bitte, sein Schreiben auch die Bürgermeisterkollegen weiterzuleiten. Das Gesuch von Lecks Gemeindechef werde auf einer der nächsten Bürgermeisterrunden aufgegriffen, sagte Amtsdirektor Wilke auf Nachfrage.

„Natürlich ist das Thema Flüchtlinge eine ständige Herausforderung“, ergänzt Amtssprecherin Judith Horn. Dennoch bestehe derzeit aus Verwaltungssicht bei Unterbringung und Integration kein Problem, zum Beispiel gebe es keine Diskrepanz zwischen Ankommenden und angemietetem Wohnraum.


Wer an einer Patenschaft für Neubürger in Leck interessiert ist (siehe auch oben), meldet sich unter Telefon 0173/8602911.

 

 

 

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erstellt am 13.Aug.2015 | 07:15 Uhr

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