Bürgerbus bleibt auf Erfolgsspur

Freuen sich über den neuen Bürgerbus: Bürgermeister Rüdiger Brümmer, Heike Prechel sowie die Vorstandsmitglieder Christel und Hans-Jochen Hintz (v. li.).
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Freuen sich über den neuen Bürgerbus: Bürgermeister Rüdiger Brümmer, Heike Prechel sowie die Vorstandsmitglieder Christel und Hans-Jochen Hintz (v. li.).

Neues Fahrzeug, neue Zentrale für den Verein in Ladelund / Tag der offenen Tür am 5. Mai

shz.de von
28. April 2018, 07:46 Uhr

Die Bürgerbus-Fahrzeugfamilie hat Zuwachs bekommen: Ein nagelneuer VW T6 ist in Ladelund eingetroffen. Er löst den roten Bus ab, der mittlerweile 410 000 Kilometer gelaufen ist, 140 000 davon in und um Ladelund. Der neue Bus soll intern auch roter Bus heißen: „Damit die Fahrer in den richtigen Bus steigen“, sagt Heike Prechel augenzwinkernd. Eine rote Schnauze wie sein Vorgänger hat der Neue jedoch nicht. „Aber einen roten Rallye-Streifen an der Seite.“ Der rote Bus wird verkauft.


Neue Heimat in der Alten Feuerwehr

Zur Erinnerung: Am 14. Juli 2014 nahm der Verein Bürgerbus Ladelund den Linienverkehr mit einem neu angeschafften Bus als Vertragspartner der Autokraft auf. Bereits im Dezember desselben Jahres wurde ein gebrauchter zweiter Bürgerbus gekauft. Die Nachfrage stieg, der Fahrplan wurde erweitert und mehr Orte angefahren. Anfang 2016 kam der Mini-Bürgerbus, ein Elektro-Auto dazu, das als Anruf-Bus im Einsatz ist.

Nicht nur ein neues Fahrzeug, sondern auch ein neues Zuhause hat der Bürgerbus-Verein bekommen – und zwar im ehemaligen Gerätehaus der Feuerwehr. Mit Fördermitteln der Aktivregion und finanzieller Unterstützung der acht beteiligten Gemeinden wurde das Gebäude grundsaniert, hat unter anderem ein neues Dach, neue Rolltore und neue Fenster bekommen. Unten parken die Busse, oben ist ein moderner Aufenthaltsraum entstanden.

Und es gibt noch mehr Grund zur Freude: „Wir sind im Moment in der glücklichen Situation, mehr als 40 ehrenamtliche Fahrer zu haben“, sagt Heike Prechel. Auch ein Wartungsteam gibt es inzwischen – und immer mehr Menschen, die sich mit dem Bürgerbus verbunden fühlen. Auch die Fahrgastzahlen steigen kontinuierlich: Kürzlich wurde bereits der 66 666. Fahrgast chauffiert.“

Zurücklehnen und sich auf dem Erreichten ausruhen – das ist nicht Heike Prechels Ding. „Mein Traum ist es, hier einen Elektrobus auf die Straße zu bringen.“ Doch, das habe die Erfahrung mit dem E-Auto in Bürgerbusdiensten gezeigt: Die Zeit dafür ist noch nicht reif. „Im Winter lag die Laufleistung mit unserem E-Auto bei maximal 80 Kilometern – zu wenig für unseren Bedarf von 200 Kilometern täglich.“ Nordfriesland sei zwar Vorzeigeregion für erneuerbare Energien, aber es sei noch viel Entwicklung erforderlich, sagt Heike Prechel, die sich inzwischen auch auf Bundesebene mit Bürgerbus-Initiativen austauscht. „Die nächsten Batterien werden hoffentlich stärker.“

Bis es soweit ist, erfreuen sich alle Beteiligten an der gegenwärtigen Bürgerbusflotte. Auch das neue Fahrzeug gehört nach wie vor der Gemeinde, finanziert wurde es jedoch das erste Mal durch den Kreis Nordfriesland. Denn: Der Bürgerbus wird bekanntermaßen in das neue Rufbus-System integriert.

Das schlägt sich auch in Unterstützung bei Neuanschaffungen nieder. Ein neuer Bus koste mehr als 90 000 Euro netto. „Das hätten wir uns alleine nicht leisten können. Solange es die Haushaltslage des Kreises zulässt, bekommen wir auch unseren allerersten Bus 2019 ausgetauscht, der hat auch schon mehr als 230 000 Kilometer runter“, berichtet die Vereinsvorsitzende. Wenn alles glatt läuft, könnten durch die neuen Strukturen mit dem Rufbus nachmittags halbstündige Touren zwischen Ladelund und Leck angeboten werden. „Darüber würden sich bestimmt auch viele Fahrgäste freuen“, sagt Heike Prechel.

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