Widerstand gegen Abriss : Bürger kämpfen für Spielplatzerhalt

Treffen mit Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn: Die Anwohner vom Hummelring wehren sich dagegen, dass der Spielplatz geschlossen werden soll.
Treffen mit Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn: Die Anwohner vom Hummelring wehren sich dagegen, dass der Spielplatz geschlossen werden soll.

Die Bewohner des Hummelrings sind nicht damit einverstanden, dass die Gemeinde Leck die Fläche in Baugrundstücke umwandeln will

shz.de von
24. Juli 2015, 05:00 Uhr

Die Anwohner vom Hummelring wehren sich dagegen, dass der Spielplatz in ihrem Wohngebiet zum Baugebiet erklärt werden soll. Vor Ort überreichten sie Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn eine Unterschriftenliste mit 68 Namenszügen und trugen ihre Bedenken vor. Das Hummelring-Gebiet mit seinen 38 Einfamilienhäusern entstand 1977, mittendrin der 1140 Quadratmeter große Spielplatz. Die Hälfte der Bewohner ist inzwischen über 65 Jahre alt, deren Kinder sind aus dem Haus.

Bei einer Begehung und Begutachtung stellten Politiker fest, dass der Spielplatz eigentlich von Kindern nicht mehr genutzt wird. Deshalb stimmte der Infrastruktur- und Umweltausschuss im Januar dieses Jahres dem Aufstellungsbeschluss zu, den B-Plan Nr. 23 zu ändern: Die öffentliche Grünfläche mit der Zweckbestimmung Spielplatz soll Raum schaffen für Baugrundstücke. Hintergrund ist die Vorgabe des Kreises an die Gemeinde, zu prüfen, ob es potentielle Flächen für Wohnbebauung im Innenbereich gibt. Im gleichen Zuge wurde die Gemeinde darauf aufmerksam gemacht, dass sie zu viele Spielplätze und dadurch hohe Unterhaltungskosten hat.

Die Bürger im Hummelring monierten einerseits die Begehung der Politiker in den Wintermonaten. „Hätte eine Begehung im Sommer vielleicht ein anderes, für die Gemeinde ungünstigeres Ergebnis gebracht“, fragten sich die Bürger um Helmut Stauß. Im Sommer, hieß es, halte sich der Nachwuchs sehr wohl auf dem Spielplatz auf: Kinder von zugezogenen Familien wie Enkel, die die Großeltern besuchen. Die abgebaute Rutsche werde übrigens sehr vermisst. Insbesondere die Tischtennisplatte werde von Jugendlichen und Erwachsenen gern in Anspruch genommen. Der baumumsäumte Platz sei ein Treffpunkt für alle, denn Nachbarschaft und soziale Kontakte würden groß geschrieben. Das „Hummelfest“, Flohmärkte und andere Aktivitäten fänden in dem Areal statt.

Die Hummelring-Bewohner listeten etliche Argumente gegen eine Umwandlung des Spielplatzes auf: Mit Bäumen und Sträuchern umgeben, biete er Vögeln und beispielsweise Eichhörnchen und Igeln wertvollen Lebensraum, hieß es unter anderem. Der Spielplatz könne später, wenn der „neue Friedhof“ erschlossen ist, von den Kindern aus dem Bereich mitgenutzt werden. Nicht übersehen dürfe man, dass im Hummelring in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel anstehe, also viele ältere Menschen ihre Häuser an Jüngere übergeben. Die Attraktivität der Gemeinde wachse durch Spielplätze, hieß es und Marion Menzdorf sagte: „Ein Inklusionsort, was Leck ja sein will, beinhaltet Kinderfreundlichkeit. Man muss den Kindern Möglichkeit zum sozialen Lernen geben!“ Es sei kontraproduktiv, einen Spielplatz einzustellen und ein Baugebiet daraus zu machen, ihn also zu versiegeln. Außerdem bemängelte Marion Menzdorf, die Planung in einem beschleunigten Verfahren durchzuführen: „Das ist nicht vertrauensfördernd.“ Herbert Hagemann erinnerte sich, dass die Bauherren seinerzeit mit den Erschließungskosten auch den Spielplatz finanziert haben: „Wie verhält es sich nun damit?“ Auf Nachfrage klärte Udo Schmäschke vom Amt Südtondern auf: „Trotzdem sind die Anlieger nicht Eigentümer der Grünfläche. Die Gemeinde kann jederzeit anders beschließen“.

Der Bürgermeister hörte sich die Sorgen und Nöte an, wehrte sich aber gegen Unterstellungen: „Mir sind keine Interessenten für die Baugrundstücke bekannt.“ Es gehe in dieser Sache nicht um Einnahmen für die Gemeinde, stellte er klar, aber man müsse bedenken, dass es nicht unerschöpflich viele Grundstücke gebe. Es sei vom Fachausschuss lediglich ein Aufstellungsbeschluss eingeleitet, die abschließende Entscheidung habe die Gemeindevertretung. Außerdem hätten die Bürger die Möglichkeit, im kommenden Verfahren ihre Bedenken und Gegengründe zu äußern.


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