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Förderkreis : Bürger kämpfen für ihren Friedhof

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In Stedesand hat sich ein Förderkreis für den örtlichen Friedhof gegründet / Mitglieder wollen das Gottesfeld erhalten und gestalten

Initiative zum Erhalt des örtlichen Friedhofs: Nach einem gescheiterten ersten Versuch kam es jetzt zur Gründung eines „Förderkreises Friedhof der Gemeinde Stedesand e.V.“. Vorsitzender wurde Bürgermeister Stephan Koth. Dem Verein traten während der Gründungsversammlung im örtlichen Kirchengemeindehaus 20 Mitglieder bei. Der Vereinsvorstand appellierte an die Einwohner des Dorfes, dem Förderkreis beizutreten und mit ihrem Beitrag zur Erhaltung und Gestaltung des Friedhofes beizutragen.

Wie in anderen Gemeinden auch, ist die Unterhaltung des Friedhofes, nach dem Gesetz eine „öffentliche Aufgabe“, finanziell in Schieflage geraten. So haben sich die Kirchengemeinden in letzter Zeit zunehmend an die politischen Gemeinden mit dem Ersuchen und finanzielle Beteiligung gewandt, weil im Friedhofsetat für Pflege und Unterhaltung der Friedhofsanlage „zunehmend wenig über“ geblieben ist. Das hat seine Ursache nicht zuletzt im Wandel der Bestattungskultur. Statt der Erdbestattung entscheiden sich die Angehörigen häufiger für Urnenbegräbnisse, deren Kosten deutlich günstiger ausfallen. Es ist davon die Rede, dass eine Urnenbeisetzung nur ein Drittel von dem eines Erdbegräbnisses kostet. Obwohl die Kirche nach altem Recht Obhut und Trägerschaft vieler Friedhöfe behalten hat, pocht sie jetzt darauf, dass das Bestattungswesen per Gesetz eine öffentliche Aufgabe ist – und die Kommunen an den Kosten zumindest mitbeteiligt sehen will, obwohl viele von ihnen finanziell auch am Tropf hängen.

Im Vorfeld der Stedesander Vereinsgründung gab es demnach auch Kritik an der Initiative der Gemeinde. Andreas Sönnichsen argwöhnte, die Gemeinde wolle sich aus ihrer Verantwortung für den Friedhof stehlen und suggeriere, ohne den Förderkreis sei der Erhalt des Friedhofs gefährdet. Diesen Bedenken wurde dahingehend begegnet, dass es sich bei dem Geld vom Förderkreis lediglich um zusätzliche Mittel für gestalterische Maßnahmen handele, die Kommune jedoch für den Erhalt des Friedhofs in seiner Gesamtheit originär in der Pflicht sei. Diese Bedenken sah der Kritiker in der Fassung der Satzung als erledigt an und äußerte Zufriedenheit über den von den Mitgliedern abgesegneten Text. Ein kritischer Einwand blieb: Harro Muuss, Sohn des früheren Pastors Rudolf Muuss, kritisierte, dass zum Vorsitzenden des Förderkreises der Bürgermeister gewählt wurde.

Die von der Gründungsversammlung beschlossene Satzung ist vorher vom Finanzamt Flensburg abgeklopft worden, wasserdicht und der (gemeinnützige) Vereinszweck klar erkennbar. Der Friedhof, heißt es, soll in seiner Form erhalten bleiben und nach Vorschlägen von Angehörigen verschönert werden. Mitgliedern, Bürgern und Firmen soll die Möglichkeit gegeben werden sich mit Beiträgen und Spenden an den Verbesserungen zu beteiligen.

In insgesamt zehn Paragrafen ist der Rechtsrahmen formuliert, in dem sich die Vereinsinteressen bewegen – bezogen auf die Gesamtanlage Friedhof. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt zehn Euro pro Person. Den auf der Gründungsversammlung gewählten Vorstand bilden Bürgermeister Stephan Koth (Vorsitzender), Hardy Hansen (2. Vorsitzender), Meinhardt Hansen (Schriftführer) und Margrit Gregersen (Kassenwartin).

Gemeindevertretung und Kirchengemeinderat sind sich darin einig, dass der Friedhof ein würdiger Ort ist, an dem verstorbener Angehöriger und Freunde gedacht werden könne. „Wir möchten diesen Ort in seiner jetzigen Form erhalten und weiter gestalten.“ Stephan Koth: „Wir bitten um Unterstützung für unsern Friedhof durch Vorschläge zur Gestaltung, um Spenden und um eine Mitgliedschaft im Förderkreis.“  

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erstellt am 09.Sep.2015 | 05:00 Uhr

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