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Brennt es in Singapur, ist Teng Kiat zur Stelle

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Feuerwehrleutnant informierte die Risum-Lindholmer über die Arbeit in der Millionenstadt

von
erstellt am 20.Jan.2016 | 11:28 Uhr

Die Gemeindewehr Risum-Lindholm hatte auf ihrer ersten Dienstversammlung des neuen Jahres einen seltenen Gast. Und zwar den ehemaligen Feuerwehrleutnant Maverick Teng Kiat aus Singapur, der sich zurzeit in Deutschland aufhält, wo er die deutsche Sprache lernt, um danach in Deutschland studieren zu können. „Wir haben ihn bei einer Bereitschaftsübung kennen gelernt, ihn eingeladen und gebeten, uns einmal von seiner Feuerwehr im Stadtstaat Singapur zu berichten“, erklärte Gemeindewehrführer Dirk Breckling. 100 Feuerwehrleute aus den Ortswehren Risum und Lindholm hörten ihm gebannt zu.

Singapur, bis 1959 britische Kolonie, 5 Millionen Einwohner und mit 581 Quadratkilometern etwa gleichgroß wie Hamburg mit seinem Umland und heute Mitglied des Commonwealth, hat den nach Tokio zweitgrößten Hafen Asiens. Maverick Teng Kiat spricht neben der Amtssprache Englisch auch Malaiisch, Chinesisch (Mandarin) und Tamil. In Risum-Lindholm half ihm als Dolmetscher Sebastian Rösch, Rettungsassistent beim Kreis Nordfriesland. Hilfreich bei seinem Referat waren Fotos und bewegte Bilder auf der Leinwand.

Die Feuerwehr in Singapur nennt sich „Singapore Civil Defence Force (SCDF)“, nimmt neben dem Brandschutz und Rettungsdienst auch technische Dienste (wie das deutsche THW) wahr und unterhält am Hafen eine „Marina Bay Fire Station“. Insgesamt verfügt Singapur über 2500 Berufsfeuerwehrleute und ebenso viele Nichtprofis aus dem Kreis von Wehrpflichtigen, die auf 26 größeren und 31 kleineren Feuerwachen Dienst tun. Der junge Teng Kiat leitete im Range eines Leutnants (vergleichbar mit dem Brandmeister) eine dieser Wachen mit 25 Einsatzkräften.

Er schilderte im Detail die Situation in dieser Millionenstadt, bestimmt von engen Straßen und Hochhäusern, von besonders konstruierten Fahrzeugen, von riesigen Drehleitern, die in Sekunden zu den oberen Etagen der Wolkenkratzer hochschießen, von den zeitlichen Vorgaben für den Einsatz in der Stadt und im Hafen sowie aus der Statistik, nach der 2014 bei Bränden 4724 und im Rettungsdienst 156  000 Einsätze gefahren wurden.

Unterm Strich zeichnete der junge Gast das Bild einer hochmodernen und hochgerüsteten Feuerwehr, die sich mit einer Jugendwehr Nachwuchs sichert und streng auf Disziplin hält. Der Gast und sein Dolmetscher erhielten anerkennenden Applaus.

Gemeindewehrführer Breckling berichtete von einem normalen Jahr 2015. Über die Einsätze verwies er auf die Generalversammlungen der beiden Ortswehren. Einmal wurde nachts geübt, bei einer Alarmübung tagsüber in einem Altenheim in beengter Wohnbebauung. In den Schulen wurde die Brandschutzerziehung fortgesetzt. In der Führung der Ortswehren gab es, wie schon berichtet, personelle Änderungen. Personell ist die Feuerwehr in der Gemeinde gut aufgestellt: in Risum mit 51 und in Lindholm mit 57 Einsatzkräften. In Lindholm steht die Anschaffung eines 345  000 Euro teuren Fahrzeugs vom Typ HLF 10/6 bevor. Es gab bei diesem Anlass auch Beförderungen: Gemeindewehrführer Dirk Breckling wurde zum Hauptbrandmeister, Julia Junge-Feist (Risum) zur Oberfeuerwehrfrau und Thies Jacobsen (Lindholm) zum Hauptfeuerwehrmann befördert.

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