Radverkehr : Boxen, Rampen und Überdachungen

Niebüll will fahrradfreundliche Stadt werden - Vorschläge für die Erreichung des Ziels machte ein Bürger während der Einwohnerfragestunde

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17. Juni 2014, 10:29 Uhr

„Bei uns wird immer mehr Rad gefahren“, stellte Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt während der Stadtvertretersitzung fest. Der Bürger Frank Steinauer griff die Thematik Fahrradtourismus in der Einwohnerfragestunde auf und machte zum Thema „Fahrradfreundliche Stadt“ folgende fünf Vorschläge für den Bahnhofsbereich:

❍ Fahrradboxen für Radwanderer mit Gepäck: Sie sind wichtig, sollten nicht nur am Bahnhof, sondern auch in der Innenstadt stehen (dann können die Touristen Einkäufe tätigen). Hinweisschilder am Bahnhof sollten auf diese Möglichkeit hinweisen. Die Kosten können durch Gebühren (Automat) hereinkommen. Zusätzlich könnten Geschäfte die Anregung zum Aufstellen von Boxen erhalten.

❍ Wegweiser zum „Nordseeküsten-Radweg am Bahnhof aufstellen: Die Wegebeschreibung sollte durch die Innenstadt führen. Hier sollten zusätzlich die Standorte der Fahrradboxen verzeichnet werden.

❍ Rampen als Möglichkeit, die Bahnsteige zu erreichen: E-Bikes, Pedileks, Rollatoren, Rollkoffer, Rollstuhl, Kinderwagen und Radwanderer mit Gepäck werden sich vor dem einzigen Fahrstuhl je Bahnsteig stauen, zudem die Transportbänder abgebaut wurden. Erfahrungen mit Rampen wurden in Schleswig und Keitum gemacht. Ökologischer Nebenaspekt: Rampen verbrauchen keinen Strom. (Der Vorschlag zum Bau der Rampen wurde schon vor dem Umbau des Bahnhofs gemacht, aber seinerzeit von der Stadt abgelehnt.

❍ Überdachung der Fahrradständer: Sie ist unabdingbar, wenn man erreichen will, dass möglichst viele Pendler mit dem Fahrrad zum Zug fahren. Einst wurde die Überdachung aus städtebaulichen Gründen verworfen. Der Vorschlag, die Sättel mit Plastiktüten zu schützen, ist aus vielen Gründen falsch.

❍ Stromsteckdosen (gebührenpflichtig) können mit einer Überdachung auch angedacht werden. Der Trend zum E-Bike kann das sinnvoll machen.

Sowie die schriftlich Formulierten Anregungen.

„Wie stehen die Fraktionen zu diesen Anregungen? und Wie sind sie eventuell umsetzbar?“, wollte Frank Steinauer wissen. „Wir werden die Vorschläge im Ausschuss beraten und gegebenenfalls beschließen“, kommentierte Bernd Neumann (CDU). Thomas Uerschels (SPD) wies darauf hin, dass ein Radwegekonzept seinerzeit von den Grünen angeregt wurde und Teil des Generalverkehrsplans geworden sei. Er rief dazu auf, den Fahrradtourismus als Chance für die Zukunft zu sehen. Er begrüßte die von Steinauer vorgeschlagenen Kernthemen, einen zeitlichen Ablauf könne man aber „aus verständlichen Gründen“ noch nicht kommentieren. Uerschels schlug vor, Fahrradtourismus als Ziel der Stadt zu formulieren. Auch Christine Kernbichler (SSW) versprach für ihre Fraktion, die Anregungen zu diskutieren.

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