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Ehrung für Kurt Hamer : Bodenplatte im Andersen-Haus Klockries installiert

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Ostermooringer Friesen erinnern mit der Geste den 1. Grenzlandbeauftragte des Landes.

Die Ostermooringer Friesen zeigen Dankbarkeit. Wer ihnen bei der aufwändigen Unterhaltung ihres Klockrieser Andersen-Hauses finanziell oder auf andere geeignete Weise hilft, dem werden sichtbare Zeichen gewidmet. Das geschieht in Form von antiken Bodenplatten, die, mit einer Beschriftung versehen, als „Tunk-Stiinj“ (Dankstein) im ehemaligen Viehstall in die Grüpp (Abflussrinne) versenkt werden.

Zu den bisher dort eingebrachten Steinen gesellte sich jetzt ein weiterer. Er ist dem 1. Grenzlandbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein Kurt Hamer (1926-1991) gewidmet. Initiator der Ehrung ist der Kieler Sprachwissenschaftler und Frisisitik-Experte Dr. Alastair Walker, bekannt durch sein Wirken an der Wörterbuchstelle der Uni Kiel und durch seine engen Bindungen zu den Nordfriesen auch als der „schottische Friese“ bezeichnet. Walker ist gebürtiger Schotte und durch seinen Beruf im nördlichen Bundesland heimisch geworden.

In Anwesenheit von Wiebke Scharping, der Tochter Hamers, der früheren und heutigen Vorstände des Ostermooringer Friesenvereins und der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack, hielt Walker die Laudatio auf Hamer, der übrigens auch sein Nachbar war. Hamer war Lehrer von Beruf, trat 1959 der SPD bei, gehörte von 1975 bis 1987 dem Landtag an und wurde 1988 Beauftragter des Ministerpräsidenten für Minderheitenfragen und das Friesische. Bereits 1973 hatte er dem Kontaktgremium zur dänischen Minderheit angehört und mit Karl Otto Meier zusammengearbeitet. Kurt Hamer, den Walker als klaren Denker und Analytiker schätzte, vertrat die Ansicht, dass nationale Minderheiten Grenzregionen bereichern und Europa ein menschliches Gesicht geben.

Konkret setzte sich Hamer besonders für die Nordfriesen ein. 1990 wurde der Förderungsanspruch für die dänische Minderheit und die friesische Volksgruppe in der Landesverfassung verankert. Als die Ostermooringer das „Projekt Andersen-Haus“ angingen, stand er als Fürsprecher an ihrer Seite und trug mit dazu bei, dass das 1,4 Millionen D-Mark teure Vorhaben finanziell gut abgesichert war. Kurt Hamer hat, wie Dr. Alastair Walker betonte, seinem Amt als Grenzlandbeauftragter Gewicht und Gesicht gegeben. Dieses Amt übte er von 1988 bis zu seinem Tode 1991 aus.

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