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Nordfriesland Tageblatt

21. September 2017 | 12:45 Uhr

Fazit zum Fest : Blütenpracht mit Tradition

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Rund 2000 Gäste genossen an drei sonnigen Tagen das diesjährigen Narzissenfest im Kleiseerkoog. Die Organisatorin Ute Kirchner ist zufrieden.

von
erstellt am 28.Apr.2014 | 06:45 Uhr

Das Wetter spielte tatsächlich mit, sodass Ute Kirchner, Hausherrin von Hilligenbohl im Kleiseerkoog und Gastgeberin des schon traditionellen Narzissenfestes, nun auch ein durchweg positives Fazit ziehen konnte. „Drei Tage Sonnenschein lockte rund 2000 Besucher zu uns“, freut sie sich. Unter den Gästen waren nicht nur Einheimische, sondern auch viele Touristen. „Einige hatten ihren Urlaub extra so gelegt, dass sie zum Fest hier sein konnten.“

Dabei hatte die Gastgeberin Tage vor dieser wohl einmaligen Fete in der abgelegenen Koogslandschaft viele schlaflose Nächte. Die Natur sorgte für seltsame und unerwünschte Überraschungen. Und die Daten von Vegetation und Veranstaltungskalender klafften auch weit auseinander. Doch am Ende wurde noch alles gut, wenngleich der sonst gewohnte dichte Narzissenteppich rund um die malerische Warft bereits erste frühsommerliche Lücken aufwies.

Doch der Reihe nach: Zuerst wütete Christian. Der erste der beiden Orkane fällte im Garten drei stämmige Bäume und riss Lücken in den Windschutz. Auch die Pergola am Haus bekam etwas ab, musste repariert werden – und frische Farbe bekommen. „Ich habe lange den Pinsel geschwungen“, denkt Ute Kirchner an zeitaufwändige Malerarbeiten zurück – und vergisst dabei nicht, die vielen fleißigen helfenden Hände der Nachbarn und Freunde zu erwähnen.

Zum Fest war wie immer die Familie komplett: Sohn Niels kam aus Kopenhagen, Tochter Clara aus Hamburg und Dunja, die in der Nähe zu Hause ist und als Garten- und Landschaftsarchitektin für den professionellen Part des Narzissenfestes verantwortlich ist. „Wir werden immer perfekter“, blickte Ute Kirchner in Hof und Garten, wo die Aussteller ihre Stände aufgebaut hatten und Sinnesfreuden für Auge, Nase, Ohr und Zunge auslösten durch Besonderheiten wie Gewürze, seltene Düfte, Seifen, Leckerbissen, Kunsthandwerk und etliches andere. Für die musikalischen Darbietungen auf dem Fest war eine Bühne errichtet worden. „Sie waren alle wieder da“, freute sich Ute Kirchner über die ambulanten Händler und die Künstler und hieß auch das eine oder andere neue Gesicht auf Hilligenbohl willkommen.

Hilligenbohl? Die Warft am Nordersten Weg hat auch ein wenig Geschichte in dem fast 300 Jahre alten Koog. Die Koogschronik von Autor „Hein Knööf“, wie man den Schulmeister Heinrich Kraft auch nannte, berichtet, dass das Haus etwa 1820 erbaut wurde, der Rathmann Karsten Sönnichsen erster Besitzer war und Johann Petersen von 1877-1888 eine Kneipe im Haus betrieb. Bis 1979, als es in den Besitz der Familie Kirchner überging, hatte Hilligenbohl sechs Besitzer. 1981 brannte das Gebäude ab – und wurde durch einen Neubau (sie heute) ersetzt.

Vor 17 Jahren wurde die Idee des Narzissenfestes geboren. Es sei nicht die Freude an der Natur alleine gewesen, sagt Tochter Clara. „Wir brennen eben für schöne Dinge und wollen sie mit anderen Menschen teilen“, brachte sie das Gesamtkonzept der Veranstaltung auf den Punkt. „Wir denken in Kulturen“, konkretisiert die Fachfrau Dunja das floristische Konzept. Sie hat mit ihrer Mutter mit der Anpflanzung der weiß und gelb blühenden Amaryllisgewächse klein angefangen. „Jedes Jahre haben wir etwa 1000 dazu gepflanzt.“ Heute, schätzt sie, mögen an die etwa 170 000 Narzissen im Garten blühen – und zwar in derzeit 115 Sorten.

Auf Hilligenbohl wurden neben frühen auch späte Sorten gepflanzt. „So konnten wir die Blüte trotz der in diesem Jahr früh einsetzenden Vegetation bis zum Festtermin weitgehend hinüberretten.“ Kühle Tage hätten dazu beigetragen, das Verwelken der Blüten hinauszuzögern, erklärte Dunja Kirchner. Zuviel Sonne wäre der Blüte nicht zuträglich gewesen. Doch dem Narzissenfest kam die Sonne gut zupass. Es wurden am Ende wunderschöne Festtage, nach denen sich Gastgeberin Ute Kirchner nun geruhsamere Nächte gönnen kann als noch vor wenigen Wochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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