Rabatten in Achtrup : Blütenpracht am Straßenrand

Begannen vor zehn Jahren, die Rabatten zu bepflanzen und zu pflegen: Gerda und Helmut Christensen. Foto: Ulrich Jeß
Begannen vor zehn Jahren, die Rabatten zu bepflanzen und zu pflegen: Gerda und Helmut Christensen. Foto: Ulrich Jeß

Es grünt und blüht an der Durchgangsstraße in Achtrup. Ein Anblick, der selbst bei Autofahrern Wirkung zeigt: Statt vorbeizurasen, bewundern sie in angemessenem Tempo die Blumenpracht.

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04. August 2009, 10:04 Uhr

Achtrup | Gemeinden, die Verkehrsteilnehmer davon abhalten wollen, ihren Ort mit hoher Geschwindigkeit zu durchqueren, denken sich in der Regel Schikanen aus, die Autofahrern die Freude am Rasen verderben. Sie bauen in ihre Straßen Holperschwellen, Engpässe und andere Hindernisse ein. In Achtrup dagegen bremst man seit zehn Jahren auf viel elegantere Weise mit großem Erfolg Temposünder aus. Es ist die Blumenpracht am Straßenrand, die viele Autofahrer langsam fahrend bewundern.

Fast täglich kann man auswärtige Verkehrsteilnehmer beobachten, die beim Anblick der bunt bepflanzten und hervorragend gepflegten Rabatten anhalten, nicht selten sogar ihr Fahrzeug abstellen, um den Anblick aus nächster Nähe zu bestaunen. Von dieser speziellen Art der Verkehrsberuhigung profitieren - wie beabsichtigt - die Schul- und Kindergarten-Kinder.
Anfängliche Ablehnung

Wie der Vorsitzende des Dorfverschönerungsvereins, Werner Petersen (Kalleshave), berichtet, wurde mit der Planung der Rabattenbepflanzung bereits im Januar 1996 begonnen, vier Monate vor der Gründung seines Vereins. Dabei ging es um die Frage, wie man nach dem Ausbau der Lecker Straße das Ortsbild verschönern könne. Der Vorschlag, sie mit vielerlei Blumenarten zu bepflanzen, stieß bei einigen Mitbürgern auf Ablehnung weil man sich sorgte: "Wer soll die Rabatten, ein Areal von insgesamt knapp 1300 Quadratmetern, regelmäßig sauber halten und pflegen?" Den gärtnerischen Enthusiasmus des engagierten Kommunalpolitikers Helmut Christensen und dessen Partnerin Gerda sowie die Ausdauer beider bei ihrem ehrenamtlichen Engagement - schier unglaublichen Ausmaßes - hatten viele Leute kaum für möglich gehalten. Sie wurden eines Besseren belehrt.

1999 erhielt der Verschönerungsverein von der Straßenverwaltung die Erlaubnis, die Rabatten in eigener Regie zu bepflanzen. Er setzte zunächst mehr als 10 000 Osterglocken und Narzissen, für deren Ankauf Helmut Christensen aus seiner Privatschatulle 1300 Euro beisteuerte. Auch schenkten Gerda und Helmut Christensen dem Verein eine stattliche Anzahl selbst gezogener Tagetis-Setzlinge. Später folgte die Anpflanzung von 1000 Rosen sowie einer Fülle unterschiedlichster Blumen. Sie wurden so ausgewählt, dass die Rabatten seitdem von März bis November durchgehend mit blühenden Pflanzen bestanden sind, darunter Mombretien, Funkies, diverse Heidesorten, Flocks, Iris, Feinputzgras, Fette Henne, Sonnenhut, Frauenmantel und Astern.
Feuerwehr hilft im Sommer mit

15 Mal pro Jahr hackt das Ehepaar die gesamten Rabatten vom Ehrenmal bis zur Straße "Am Sportplatz" gründlich durch. Beim mühsamen Bewässern ist ihm - im Falle großer Sommerhitze - die Freiwillige Feuerwehr behilflich. Als Gegenleistung für die ständige Pflege des Blickfangs für Passanten der Lecker Straße erhalten der Altbürgermeister und seine Frau seit 2006 ein gemeinsames "Taschengeld" in Höhe 500 Euro pro Jahr: 300 Euro von der Gemeinde Achtrup und 200 Euro vom Dorfverschönerungsverein. "Das ist wirklich ein kleiner Betrag für eine riesige Leistung," stellte Werner Petersen fest.

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