125-Jahr-Feierlichkeiten : Blick auf das Jubiläums-Finale

Im September erreichen die 125-Jahr-Feierlichkeiten beim TSV Rotweiß Niebüll ihren Höhepunkt

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13. Juni 2014, 05:00 Uhr

Vorstand und Organisationsteam des TSV Rotweiß Niebüll sehen sich auf einem guten Weg. Das findet Vereinsvorsitzender Hans Thiesen. Der TSV feiert am 5. und 6. September sein 125-jähriges Bestehen.

Für das festliche Wochenende stehen Termine und Veranstaltungen bereits fest. Sie sind auch den Plakaten zu entnehmen, die überall aushängen. Begonnen hat bereits der Vorverkauf für die Jubiläumsfete, die am Sonnabend, 6. September, in einem Festzelt auf dem Stadiongelände stattfindet.

Am Freitag davor, 5. September, veranstaltet der TSV von 14 bis 17 Uhr ein Kinderfest, dem abends eine Jugenddisko folgt. Am Jubiläumsabend spielt die „Sönke-Sievers-Band“ zum Tanz auf. Zwischendurch werden eine Tombola gespielt und Showeinlagen aus dem Tanzstudio Sonja Stümer geboten. Der Eintritt zu den Kinder- und Jugendveranstaltungen ist frei. Das Ticket für den Festabend kostet 12,50 Euro.

Das Jubiläumsjahr des TSV hatte schon erste Höhepunkte. Ende Januar gastierte der Deutsche Handballmeister THW Kiel in der Südtondernhalle. Der diesjährige Stadtwerkelauf war dem Jubilar gewidmet. Am 2. verkaufsoffenen Sonnabend (21. September) will sich der TSV in besonderer Weise präsentieren. Die Jubiläumsveranstaltungen klingen aus am 3. Oktober mit dem 1. Niebüller Ambossrennen.

Die Vereinsgeschichte im Telegrammstil: Dürftig erhalten gebliebenen Aufzeichnungen, und mündlicher Überlieferung zufolge erlebte der Männerturnverein (MTV) Niebüll seine Geburtsstunde im Januar 1889 in der ehemaligen Kneipe namens „Landschaftliches Haus“. Urheber sollen kraftstrotzende junge Burschen gewesen sein, die über Tische und Stühle hinweg Turnübungen vollführten. Wenig später schon folgte die Vereinsgründung, etwa Bredstedter und Husumer Beispielen folgend. Turnen und Turnspiele wie Faust-, Völker- und Schlagball, dazu Gymnastik bestimmten den Betrieb, dem sich später der Handball und nach dem 2. Weltkrieg der Fußball dazu gesellte. In den 1930-er Jahren wurde der Verein „gleichgeschaltet“, lebte nach dem Krieg als TSV Niebüll wieder auf und war zwischendurch nebenher auch mal ein „FC Rotweiß“, ehe er sich den jetzigen Namen TSV Rotweiß gab.

Aus dem Verein gingen sportliche Asse wie Erwin Scheffler, Bodo Schmidt (Fußball), Ingo Röper und Astrid Beiersdorf (Leichtathletik), Günter Runge, Dieter Stümer (Boxen) und eine geradezu lange Reihe von Schwimmern hervor. Im Stadion liefen Mannschaften wie der HSV, Werder Bremen, Eintracht Braunschweig und Bayer Leverkusen auf. Auf dem Schulhof der FPS turnte die Deutschland-Riege. Der TSV feierte eine Vielzahl von Höhepunkten und Festen, wie seine Schauturnen im Friesischen Haus, seiner Faschingsfeten und auch seine Jubiläen.

Doch den guten Zeiten folgten auch andere – schlechte? Ja, denn König Fußball versank ins Mittelmaß, der Handball nach einigen Höhenflügen in einer „SG“, und Ausnahmeathleten? Mit Ausnahme bei den Schwimmern Fehlanzeige. Seit dem 100. Geburtstag, der in der Stadthalle gefeiert wurde, erlebte der TSBV einen Strukturwandel, äußerlich erkennbar auch an den Anlagen, die nun jedermann offen waren. Der Vereine baute (nicht nur wegen der Fußballmädchenmannschaften) an, errichtete eine Multifunktionsanlage, legte ein Beachvolley- und Minifußballfeld mit Kunstrasen an und mutierte stark zum „gesundheitsorientierten“ Verein mit etlichen Kursangeboten. Das war die Ära der Vereinsvorsitzenden wie Günter Friedrichsen, Udo Schmäschke und Ernst Hinrichsen, letzterer auch als heute noch verlässliche Konstante.

Die Augen der Niebüller Sportöffentlichkeit sind temporär zwar auf den Jubilar gerichtet, haben aber spätestens nach dem Vereinsgeburtstag eine neue Blickrichtung – nämlich auf ein Stadion mit einem neuen Jugendheim und einem Kunstrasenplatz, auf dem ganzjährig gespielt werden – und König Fußball (vielleicht) eine Renaissance erleben könnte.

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