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Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 12:26 Uhr

Bildungsfonds und neue Chancen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt und Bürgervorsteher Uwe Christiansen blicken auf anstehende Projekte im neuen Jahr

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2013 | 17:56 Uhr

Was war? Was wird sein? Einen Jahresausblick zu verschiedenen Themen riskieren Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt und Bürgervorsteher Uwe Christiansen.

Begeistert sind Wilfried Bockholt und Uwe Christiansen von der Beteiligung bei den jüngsten Wahlen zum Kinder- und Jugendbeirat. Im Januar findet die konstituierende Sitzung statt – und danach werde man sehen. „Das ist ein Lernprozess für die Jugendlichen und für uns“, so der Bürgermeister. „Ich bin gespannt auf den Prozess. Irgendwann wird es sicher auch mal Probleme geben.“ Und Uwe Christiansen ergänzt: „Wir wollen Beteiligung, und die wird jetzt umgesetzt.“

Bildung und das Miteinander – beides zeichnet Niebüll aus. Der Bildungsstandort aber gehe über das Schulwesen hinaus. „Bildung ist mehr als Schule, und das ist unsere Verantwortung“, sagt Wilfried Bockholt. Geplant ist, künftig einen Bildungsfonds einzurichten. Die Finanzierung erfolgt nicht nur aus dem Stadtsäckl, sondern auch durch Sponsoren aus der Wirtschaft, Organisationen und der Bevölkerung. Der Fonds soll schulische Möglichkeiten unterstützen, wird beispielsweise Klassenfahrten aber auch Firmenbesuche fördern. Hieraus sollen ebenfalls Seminare für junge Menschen gezahlt werden. Aber nicht nur Geld soll fließen, gedacht ist beispielsweise auch daran, Praktika für Jugendliche anzubieten. Bockholt: „Hier wollen wir mit dem HGV ins Gespräch kommen.“ Funktionieren könne das Projekt nur, wenn sich möglichst viele Menschen daran beteiligen. „Wir laden jeden ein, sich einzubringen.“

Auf Anregung des Seniorenbeirats und des Beauftragten für Menschen mit Behinderungen hat die Stadt ein Kontaktformular entwickelt, auf dem Bürger Lob und Anregungen zur Verkehrsteilnahme und zur Nutzung des öffentlichen Raumes loswerden können. Der Vordruck im pdf-Format ist auf der Homepage der Stadt Niebüll (Suchbegriff: Seniorenbeirat) zu finden. Er liegt aber auch in den Verwaltungen aus.

Ein weiteres Thema, das Niebüll derzeit beschäftigt, ist der Wohnungsbau für Menschen mit Behinderungen. Im Visier haben die Planer das Gebiet westlich der Wehlenstraße, unmittelbar angrenzend an die Mühlenstraße und östlich des Wehlengrabens. Hierbei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Mürwiker Werkstätten und der Gewoba Nord. Ein Teil der Fläche befand sich bis vor kurzem in der Nutzung durch den Kleingartenverein. Bis auf zwei Ausnahmen wurden die Parzellen jedoch nicht mehr genutzt. Für Letztere werden oder wurden Ausweichmöglichkeiten gesucht. Bockholt: „Die Verträge mit dem Kleingartenverein sind abgeschlossen.“ Den Bau der Wohnungen hatte Axel Scholz (CDU) während einer der jüngsten Bauausschusssitzung als Herausforderung bezeichnet. Damit meinte er, ein Gebäude zu errichten, das sich optisch in den Bereich zwischen Kleingärten und den mehrgeschossigen Häusern der Mühlenstraße einfüge. Er schlug vor, Vertreter der Gewoba möchten doch ihre Pläne dem Ausschuss einmal vorstellen. Bedenken ganz anderer Art bei dem Standort hatte Lorenz Jessen (SSW). Er fürchtet die starke Präsenz von Krähen. Jessen: „Kein anderer Mensch würde auf dieser Fläche bauen, hier würde niemand wohnen wollen.“ Aber Menschen mit Behinderungen werde es zugemutet. „Das ist für mich ein wenig wie abschieben“, so Jessen damals. Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Schmidt (SPD) hatte seinerzeit, wie die meisten der Ausschussmitglieder, die Sorge nicht teilen wollen.

Und auch Bürgermeister Wilfried Bockholt sieht die Gefahr einer Ghettoisierung nicht. Der Bürgermeister unterstreicht, es gehe bei dem Projekt um die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Menschen mit Behinderungen, um die Fürsorge für Menschen und um die Erhaltung ihrer Selbstständigkeit: „Eine Aura des umsorgten Schaffens, aber auch individuelles Wohnen ermöglichen.“ Geplant sind Einraum-Appartements mit Pantry und Duschbad. Bewohnt werden sie von jenen Menschen mit Behinderungen, die 65 Jahre alt werden und „ganz normal in Rente gehen“. Ein Umstand, auf den Politik und Gesellschaft bisher nicht vorbereitet waren.

Bezüglich der geplanten Gewoba-Wohnungen am Bahnhof geht es derzeit noch im das Thema „Schallschutz“. Ein empfindlicher Bereich, bei dem sehr genau vorgegangen werden müsse. „Damit die Stadt später nicht in Regress genommen werden kann“, so Bockholt.

Nicht vergessen ist auch das Thema Breitband in den Gewerbegebieten Ost und Süd. Bereits im März wurden die geforderten 70 Prozent interessierter Nutzer erreicht. „Die Finanzierungssicherstellung muss gegeben sein“, erklärte Wilfried Bockholt. „Wir hoffen auf grünes Licht und warten jetzt auf das Kabel.“ Im Januar soll es Gespräche über die Zonenaufteilung des übrigen Niebülls geben. Der Anschluss erfolgt dann zu einem späteren Zeitpunkt.

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