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Nordsee-Akademie : Bildungsarbeit für mehr Toleranz in der Gesellschaft

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Nordsee-Akademie feiert 90-jähriges Jubiläum.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 08:16 Uhr

Leck | Eine alte "Dame" ist 90 Jahre alt geworden und dennoch jugendlich frisch: die Nordsee-Akademie in Leck. "Sie ist die Perle des Nordens. Eine Perle, die hart an sich gearbeitet hat, um in neuem Glanz zu erstrahlen", gratulierte Schleswig-Holsteins Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk, zum Jubiläum.

In ihrem Festvortrag beschäftigte sich die Ministerin mit "Grundtvig im Grenzraum - Volksbildung im Wandel". Der dänische Dichter und Philosoph Nikolai Frederik Severin Grundtvig (1783-1872) habe den Grundstein gelegt für freie Bildung ohne Druck. Seinen Bildungsansatz finde man auf deutscher Seite in den Volkshochschulen wieder: "Auch in der Heimvolkshochschule in Leck, die bei ihrer Gründung noch als Grenzvolkshochschule firmierte."

1934 von den Nazis geschlossen, wurden die Türen der Stätte in Leck erst 1948 wieder geöffnet. Nach inhaltlicher und organisatorischer Neuaufstellung firmiert die Bildungseinrichtung seit 2000 unter dem Namen Nordsee-Akademie. "Im vorigen Jahr haben Sie mit 450 Veranstaltungen rund 16 000 Menschen erreicht. Und mit Einnahmen von knapp 830 000 Euro ist die Akademie ein beachtenswerter Wirtschaftsfaktor mit positiver Haushaltsbilanz", lobte Anke Spoorendonk. Die Ministerin hob hervor, dass Schwerpunkte in der Persönlichkeitsbildung liegen, in der individuellen Emanzipation, der politischen und kulturellen Weiterbildung, der sozialen Integration sowie der generationsübergreifenden Bildung. "Sie stärken mit ihrer Tätigkeit das Verständnis für gesellschaftliche, politische und kulturelle Zusammenhänge." Sie lobte das Mitarbeiter-Team, das mit "großem Engagement viele kleine Wunder" bewirke.

Dass nicht nur eine Ministerin, sondern noch ein Minister und dazu 180 Gäste aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen gekommen waren, zeugte von hoher Anerkennung. Dr. Robert Habeck war, wie er sagte, als Freund gekommen. Schleswig-Holsteins Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume lobte: "Die Einrichtung ist stark, weil sie die persönliche Bindung zu den Menschen herstellt. Das ist beispielhaft, darauf dürfen Sie stolz sein!" Von der besonderen Gastlichkeit der Nordsee-Akademie schwärmte der stellvertretende Vorsitzende des Grenzvereins und Landrat des Kreises Nordfriesland, Dieter Harrsen. Er erklärte, dass der Kreis als Bewirtschafter der Akademie-Gebäude seit 2000 rund 4,5 Millionen Euro investiert hat. Auch unterstrich Harrsen, wie wichtig Landeszuschüsse sind: "Wir haben hohe Kürzungen hinnehmen müssen, hoffen aber, dass wir mindestens das bisherige Niveau halten können."

Wolfgang Stapelfeldt vom Landesvorstand des Bauernverbandes Schleswig-Holstein machte sich Gedanken zur Bildung. "Muss man heute überhaupt noch etwas wissen oder reicht es, zu wissen, wie man etwas googelt? Ich halte das für eine Gefahr! Erfahrungen lassen sich ebenso wenig googeln wie ein solides Wissensfundament", überlegte er. Deshalb bleibe das Lernen ein wesentliches Element des persönlichen Erfolges. Bildung sei die Fähigkeit, aufgrund von Gelerntem, Aufgenommenem und Verarbeitetem Zusammenhänge beurteilen zu können: Stapelfeldt: "Wir brauchen Bildung, um das Leben zu meistern." Die Nordsee-Akademie gebe denjenigen eine Chance, die an Weiterbildung interessiert seien. Dafür dankte er den Verantwortlichen.

Die feierlichen Stunden umrahmte das Duo "Traum & Zeit" und entführte musikalisch in eine Welt der Poesie. Seine häufig gelobte Gastlichkeit stellte das Geburtstagskind einmal mehr unter Beweis und lud später zu einem köstlichen Büfett ein.

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