zur Navigation springen

Nordsee Akademie in Leck : Bildhauer eröffnet Ausstellung mit gigantischen Bronze-Skulpturen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Werke in Leck heißen Phönix, Flamme oder Hüterin des Lebens. Schau „Krafträume“ wird bis zum 28. September gezeigt.

Der „Phönix“ ragt an exponierter Stelle 3,9 Meter in die Höhe und tut so, als wenn er für immer hierher gehört. Um ihn herum geben sich die „Hüterin des Lebens“, „Flamme“ und die „Leichtigkeit“ die Ehre, andere gesellen sich dazu. Ein Zauber liegt auf dem weitläufigen Park der Nordsee-Akademie: Der Bildhauer Oliver Ritter hat seine Bronze-Skulpturen wirkungsvoll platziert. Die Synergie von Kunst und Natur spürte und berührte die rund 60 Besucher der Vernissage.

Der idyllische Park der Bildungseinrichtung ist wie geschaffen für eine Skulpturen-Schau, für eine Verbindung mit der Kunst. „Naturraum steigert die Kunst und umgekehrt“, weiß Oliver Ritter und Akademieleiterin Dr. Ariane Huml sagte: „Kunst- und Naturraum begegnen sich und werden zu einem Kraftraum“. „Krafträume“ heißt auch diese Ausstellung.

Wie kommt ein Bildhauer aus der südlichsten Ecke Deutschlands dazu, im hohen Norden seine Werke auszupacken? Die Akademieleiterin hatte früher mit dem Meeresbiologen Fabian Ritter, dem Bruder des Künstlers, zusammengearbeitet und nun ihre Kontakte spielen lassen. Berlin und Münster waren bisher die nördlichsten Ausstellungsorte des Bildhauers aus Salem am Bodensee. Fast 1000 Kilometer trennen seinen Heimatort von Leck. „Danke an alle Menschen, die mitgeholfen haben, diese Ausstellung zu kreieren, zu installieren und zu ermöglichen“, schickte Oliver Ritter voraus.

Nach seinem Studium zum Bildhauer an der anthroposophischen Alanus-Kunsthochschule in Alfter bei Bonn hatte sich Oliver Ritter mit der Frage nach der Mitte beschäftigt: Wie sieht sie aus? Und wie wirkt sich die Begegnung der polaren Kräfte aus unter dem Aspekt der Verdichtung und Auflösung, der männlichen oder weiblichen Form? Sein Meisterstück „Tanz um die Mitte“ entstand und wurde seinerzeit von seinem Dozenten als therapeutische Plastik gelobt, weil sie den Betrachter innerlich aufrichte.

 In allen seinen abstrakt-figürlichen, durch Gliederung und Aufrichtung geschaffenen Skulpturen erzeugt Gegensätzlichkeit dynamische, bewegte Formen, die dennoch Ruhe ausstrahlen. Der Künstler hält gleichwohl die Reduktion auf das Wesentliche für wichtig: „Wenn das gelingt, ist das große Kunst. Die Werke bekommen einen symbolhaften, oft archaischen Charakter“.

Fast alle Skulpturen von Oliver Ritter sind weiblich, sind Göttinnen oder Tugenden, heißen „Sonnengöttin“, „Sternenfängerin“ oder „Güte“. Letztere duckt sich unter den Ahorn, der „Zauber der Kindheit“ hat seinen Platz unter der amerikanischen Eiche gefunden, die Nixe „Hüterin des Lebens“ beansprucht den Teich des Parks. Andere Bronze-Werke sind im Haupthaus der Akademie zu sehen.

Die Integration der zeitlosen Skulpturen beansprucht Feingefühl: „Sie sollen nicht wie hin- oder abgestellt wirken, sondern in dem Raum ankommen, eingebettet sein“, meinte Oliver Ritter. Das ist ihm in der Nordsee-Akademie gelungen. „Das ist Ästhetik pur in einem wunderschönen Ambiente. Besser geht es nicht“, bewunderte beispielsweise Christiane Jessen. Die begeisterten Kunstliebhaber ließen sich verzaubern von den Bronze-Werken – manche der Skulpturen sind heller, manche dunkler patiniert, gebürstet, poliert oder vergoldet.

Daneben bestachen die kunstvollen Feuerschalen, in einigen schlugen die Flammen hoch. „In die Fertigung einer jeden Feuerschale lasse ich einfließen, was in aller Schönheit und Faszination auch mitschwingen möchte: Die Momente der Reinigung und Transformation, der Lebensfeier und Friedensmeditation, heilsame Impulse für Mensch und Erde“, erklärte der Künstler. Simone Ritter begleitete die Ausstellungs-Eröffnung stimmlich und auf der Gitarre mit irischen und schottischen Weisen. Alles zusammen erzeugte eine einzigartige Stimmung, die die Besucher an diesem lauschigen Abend einhüllte. Es herrschte Einigkeit: Die Skulpturen sind nicht nur groß, sondern großartig.
 

Finissage: Donnerstag, 28. September, 19 Uhr


zur Startseite

von
erstellt am 16.Jun.2017 | 12:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen