zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 23:44 Uhr

Feurig : Biikefeuer machen die Nacht zum Tag

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Tausende Besucher nehmen an Biikefesten in Südtondern teil: Eine der größten Biiken der Westküste loderte am Freitagabend in Deezbüll.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2014 | 05:30 Uhr

Der gestrige Tag begann sonnig, setzte sich regnerisch fort und endete „feurig“. Gestern am Tag vor Petri, den die Friesen Padersdäi nennen, loderten wieder die Biiken auf. Eine der größten an der Westküste ist die Biike auf dem Dorfplatz Deezbüllburg, von der Traditionsgemeinschaft Freiwillige Feuerwehr Deezbüll mit 2500 Tannenbäumen aufgeschichtet.

Das Deezbüller Biikebrennen, 1983 vom örtlichen Friesenverein begonnen, ist längst Tradition. Auf dem Dorfplatz fanden sich gestern Abend mehr als 2000 Menschen ein. Fasziniert beobachteten sie die hell lodernden Flammen, diese gefüttert von knochentrockenen Tannenbäumen, die vorher in landwirtschaftlichen Betrieben unter Dach gelagert hatten. Die Besucher des Feuerfestes hatten sich vorher auf dem Rathausplatz versammelt und zogen, angeführt vom Freien Fanfarenzug und begleitet von Fackelträgern, im Umzug nach Deezbüll.

Dort werden die Besucher begrüßt und hören, bevor die Jugendfeuerwehrleute ihre Fackeln in den sechs Meter hohen Haufen werfen, die Biikenrede – gestern gehalten von Albert Panten. Der Historiker erinnerte daran, dass es mittlerweile 450 Jahre her ist, dass die ursprüngliche Biike in Form eines Feuers am Fastnachtsabend zum ersten Mal schriftlich erwähnt worden ist. Damals wollte die kirchliche Obrigkeit die seit dem Mittelalter geübte Sitte abschaffen lassen, weil sie Ausdruck der Feierfreude der Nordfriesen in dunkler Jahreszeit war. Schon ab Weihnachten pflegte man sich nachbarschaftlich zu treffen, um allerlei Spiele, Tanzereien, Mummenschanz und Gelage zu veranstalten, die der Geistlichkeit ein Dorn im Auge waren. Doch hatte das Verbot, dem 1642, 1729 und 1808 weitere folgten, nicht den gewünschten Effekt. So steht die Deezbüller Biike in einer langen Tradition. Nach der kurz gehaltenen Rede erging der Auftrag an die Jugendfeuerwehr: „Zündet die Biike an!“

Während das Feuer loderte, hatten die Besucher der „Burg“ Gelegenheit, sich an Speis’ und Trank zu laben, Leute zu treffen, sich zu unterhalten oder sich eben nur der wohligen Wärme zu erfreuen, die die Biike noch lange in den Abend hinein abstrahlte. Am frühen Vormittag loderte auf dem Gelände der Risum-Limndholmer Herrenkoog-Schule die „Bjarnebiike“, um die sich Kinder aus den Schulen am Ort und von Nachbarschulen versammelt hatten und vorher sangen und Theater spielten. Die Rökefloose, die Friisk Foriining und der Feriin for e Ååstermååre spendierten Hedeweeken (Heißwecken) und Limonade.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert