Buddhismus : Bewusstes Verweilen im Hier und Jetzt

Gerd Boll – er lehrt den Diamantweg.
Gerd Boll – er lehrt den Diamantweg.

„Wie die Dinge sind – die Allmacht der Liebe“: Buddhistischer Lese-Abend in der Stadtbücherei vermittelte Information und Entspannung

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24. Januar 2015, 10:47 Uhr

Der buddhistische Lese-Abend in der Stadtbücherei Niebüll ist ein alljährliches Ritual; stets kommen hier am seelischen Innenleben stark beteiligte Menschen zusammen, der weibliche Anteil ist groß. Büchereileiter Ronald Steiner begrüßte die Protagonisten, den Hamburger Schauspieler Jochen Regelien und den Landwirt und Diamantsweglehrer Gerd Boll aus Eckernförde. Es war bereits der vierte buddhistische Abend, nach „Buddha und die Liebe“ und anderen Themen wie „Tod und Wiedergeburt“ nun ein wenig aus der Praxis, eine Einführung in die Lehre Buddhas.

Diesmal las Jochen Regelien Auszüge aus dem wegweisenden Buch „Wie Dinge sind“ von Lama Ole Nydahl, dem „Erfinder des Diamantweg-Buddhismus“. Lama Ole Nydahl hat nahezu alle bedeutenden tibetischen Lamas der Karma Kagyü Linie in den Westen geholt und die zeitlose Weisheit der Karma-Kagyü-Linie der westlichen Welt zugänglich gemacht.

Jeder versuche, so Nydal, Schönes zu erleben, Schlechtes zu vermeiden, Angenehmes zu behalten und mit Schwierigem auszukommen. Das gesuchte Glück wohnt jedem inne. Alle Belehrungen Buddhas richten sich auf den Geist. Doch der ungeübte Geist funktioniere oft wie ein Auge: Nimmt das Äußere wahr, kann sich selbst nicht sehen. Daran muss man arbeiten. Die „Erleuchtung“ ist dann die volle Verwirklichung des Geistes.

In der nächsten Runde beantwortete Gerd Boll durch die Lesung aufgeworfene Fragen. Dabei ging es um Trost spenden, die Sinnhaftigkeit des Lebens und „wer wir sind und woher wir kommen“. Wie kann der moderne Mensch seine Alltagserlebnisse für die geistige Entwicklung nutzen? Der praktizierende Buddhist Gerd Boll brachte es auf den Punkt: „Es gibt kein Gestern und Morgen – die Erleuchtung bedeutet das entspannte, bewusste Verweilen im Hier und Jetzt“. Gerd Boll sprühte vor Freude und Zuwendung. Er verkörpert bereits idealerweise die Ziele der Buddhisten, zusammengefasst als Liebe, die allumfassend ist.

Zur Liebe zählten auch Mitgefühl, Mitfreude und ganz überraschend die Krönung der Liebe, Gleichmut. Mit Mitteln der Meditation kann man sich auf den Diamantweg begeben. Boll animierte das Publikum zur Entspannung, so dass sich alle Besucher am Ende an einer viertelstündigen Meditation erfreuten. Strahlende Gesichter, es hat funktioniert. „Nächstes Jahr sehen wir uns am gleichen Ort“, erklärte Ronald Steiner. Dann gilt es, mit der fünften Lesung ein Jubiläum zu begehen. Jochen Regelien und Gerd Boll freuen sich schon. Veranstalter werden wieder die Stadtbücherei und das Buddhistische Zentrum Nordfriesland sein.








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