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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 07:55 Uhr

„Bewerber haben klare Ansprüche“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Stephan Tack, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland Nord, spricht über neue Herausforderungen für Handwerksbetriebe

Stephan Tack ist neuer Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland Nord. Der 51-Jährige übernahm im Juni 2014 den Staffelstab von Berthold Brodersen, der sich 2014 als langjähriger Geschäftsführer in den Ruhestand verabschiedet hat (wir berichteten). Im Interview spricht Tack über gute Aufstiegschancen im Handwerk und den Kampf der Betriebe um Azubis.

Herr Tack, wie steht es um die Kreishandwerkerschaft?

Stephan Tack: Sehr gut! Wir haben in diesem Jahr viel erreicht. Ich habe hier ein sehr gut geführtes Haus übernommen. Die Anzahl an Mitgliedsbetrieben der in unserer Kreishandwerkerschaft organisierten Innungen ist gegenüber dem Vorjahr stabil. Verluste durch Betriebsschließungen konnten durch neue Mitgliedschaften ausgeglichen werden. Derzeit haben wir 295 ordentliche- und 63 Fördermitglieder. In den Grundstufen der überbetrieblichen Ausbildung der Maurer, Zimmerer, Tischler, Maler, Elektro- und KFZ-Gewerke haben wir in diesem Jahr wieder eine sehr gute Auslastung. Leicht rückläufig sind dagegen die Zahlen in den Grundlehrgängen der Anlagenmechaniker.

Viele Schüler streben heute das Abitur und danach ein Studium an – welche Auswirkungen hat das auf die Betriebe?

Während sich die Chefs früher einen Bewerber aussuchen konnten, müssen sie heute stark um die Azubis werben. Dazu müssen sie den jungen Menschen Einiges bieten.

Ab wann gilt ein Handwerksbetrieb denn heute als attraktiv?

Die möglichen Bewerber haben klare Ansprüche an den Arbeitgeber: Sie möchten sich auf Absprachen verlassen können. Sie wünschen sich flache Hierarchien und wollen vorab gut über den Betrieb informiert werden.

Dass heißt, das Handwerk muss heute transparent sein, und Betriebe sollten schon im Internet auf mögliche Azubis zugehen?

Genau – entsprechend ging dafür am 1. April unser Internetportal www.handwerknordfriesland.de online. Dieses Projekt haben wir gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland Süd in Husum verwirklicht. Unsere Mitgliedsbetriebe, Partner des Handwerks und Dienstleister haben dort die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Die Seite wird schon jetzt gut besucht.

Ein Profil im Internet reicht sicher nicht aus, um alle Bewerber zu überzeugen. Wie werben Sie für eine Karriere im Handwerk?

Wir müssen den jungen Menschen klarmachen, dass eine Lehre keine Einbahnstraße ist. Auch danach ist noch weitere Schulbildung und ein Studium möglich. Zusätzlich sind die Karriereaussichten sehr gut, weil es echte Aufstiegschancen gibt und hier gutes Geld verdient wird. Auch wenn sich Vieles verändert hat – noch heute gilt der Spruch: ’Das Handwerk hat goldenen Boden’.

Welcher Termin steht als nächstes für die Kreishandwerkerschaft Nordfriesland Nord an?

Am 11. November veranstalten wir unsere traditionelle Einschreibefeier in der Niebüller Stadthalle. Bei dieser Feier tragen sich etwa 150 neue Azubis in das goldene Handwerksbuch ein. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Innungsbesten der diesjährigen Gesellenprüfung geehrt.  

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