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Klinik Niebüll : Bewegungsbad als Qualitätssicherung

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Die Region war da“: Bei der feierlichen Eröffnung wurde allen Spendern gedankt – und auch auf die aktuelle Debatte um das Klinikum Bezug genommen

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2015 | 18:28 Uhr

In feierlichem Rahmen wurde das neue Bewegungsbad im Klinikum Niebüll seiner Bestimmung übergeben. Das Bad ersetzt das vor drei Jahren wegen erheblicher Mängel stillgelegte alte Bad. Es ist auf Initiative des Krankenhausfördervereins entstanden, der mit dem Bewegungsbad nach dem Bau des Außenfahrstuhls sein zweites größeres anspruchsvolles Projekt vollendet. Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Schmidt und sein Stellvertreter Kurt-Heinz Jappsen übergaben das neue Bad an den Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland Frank Pietrowski.

Das neue Bad kostete 300  000 Euro – ein Betrag, den der Kreis Nordfriesland bis auf einen Zuschuss von 50  000 Euro nicht aufbringen konnte. Die fehlenden 250  000 Euro brachte der Förderverein auf, finanziert aus Spenden von Bürgern und Sponsoren aus der Region, denen Karl-Heinz Schmidt namens des Vereins dankte.

Hier sei ein Projekt in einer mehr als unruhigen Zeit gefördert worden, erklärte Geschäftsführer Pietrowski – in einer Zeit heftiger Diskussionen, wie sie auch andernorts geführt würden. Über die künftige Struktur gebe es Handlungsempfehlungen, die nicht ganz ohne seien. „Dass das Sorgen auslöst, kann man verstehen“, sagte er. Die Kreispolitik habe entschieden, dass alles nochmal auf den Prüfstand müsse, weil es Auswirkungen für die ganze Region habe. Es gehe um die Frage, was mindestens für die Region vorhanden sein muss. Es gebe Notwendigkeiten, über die mit Augenmaß zu entscheiden sei.

Nach den Worten Pietrowskis unterstützt das neue Bad das Leistungsangebot des Niebüller Hauses und dessen Auslastung. „Ich danke allen Förderern dieses Projektes, das wir heute einweihen.“ Einen besonderen Dank stattete er dem technischen Leiter des Klinikums Ralf Wauer ab – vor allem für seinen Einsatz und seine Kreativität. Er wandte sich an die Bürger im Einzugsbereich des Hauses und forderte sie auf, Mitglied des Fördervereins zu werden und damit das Krankenhaus zu unterstützen.

„Hier ist ein Haufen Solidarität gewachsen“, erklärte Amtsvorsteher Peter Ewaldsen, der allen Spendern dankte – eingeschlossen auch die kleinen Spender. Eigentlich wäre das alles Sache des Trägers gewesen. „Doch die Region war da“, erinnerte er an die Entscheidung vor zwei Jahren, in der es geheißen hatte: „Es besteht Handlungsbedarf. Wir packen es, und wir schaffen das.“ Ewalden erklärte, eine Region könne nicht dafür bestraft werden, dass sie so dünn besiedelt ist. Er meinte, der Landrat schien auch wenig Lust gehabt zu haben, zu diesem Anlass nach Niebüll zu kommen. Wie Karl-Heinz Schmidt vermisste auch er politische Vertreter des Kreises bei der Einweihung des Bades. Bezogen auf die Diskussion um den Bestand des Niebüller Klinikums tippte Ewaldsen auf Alternativen und Möglichkeiten für die Zukunft des Hauses an, „die wir noch nicht kennen.“ Ewaldsen kämpferisch: „Wir müssen miteinander reden. Bei anstehenden Entscheidungen kommt es nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern auf deren Güte. Was wir wollen, ist nichts anderes als eine gute Grund- und Regelversorgung.“

In die gleiche Kerbe schlug Werner Preuß, Sprecher der „Blauen Engel“, wie man auch die ehrenamtliche Patientenhilfe nennt, die seit zwölf Jahren bisher 3000 Stunden an den Betten der Patienten verbrachte – und zuhörte, „wie das unsere Aufgabe ist“. Er dankte der Klinikleitung mit Dr. Hans-Ralph Burow, Christian Volquardsen und Ralf Wauer – und insbesondere Karl-Heinz Schmidt und seinem Team, ohne das es das Bad nicht geben würde. Niebülls Bürgervorsteher Uwe Christiansen: „Das Klinikum braucht dieses Bewegungsbad zu seiner Qualitätssicherung. Qualität war immer ein Markenzeichen des Hauses. So soll es auch bleiben.“ Dem offiziellem Akt der Übergabe des Bades an das Klinikum und den Reden in der Kongresshalle folgte die Besichtigung des Bewegungsbades.

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