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Kz-Gedenkstätte : Bewegtes Jahr für die Gedenkstätte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Buchvorstellung, Vorträge, Rückblick und Kranzniederlegung: Jahresversammlung des Freundeskreises der KZ-Gedenkstätte war ereignisreich

Mit einer Vielzahl von Themen befasste sich der Freundeskreis der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund bei seiner Jahresversammlung im Ladelunder Pastorat. Einer kurzen Morgenandacht folgte ein Vortrag von Dr. Hendrik Skov Kristensen über das Thema: „Das Freiheitsmuseum in Kopenhagen und das Museum des Fröslevlagers* als dänische Erinnerungsorte“. Da viele Besuchergruppen aus Dänemark die Ladelunder Gedenk- und Begegnungsstätte besuchen, könnte der Vortrag dazu anregen, die in der Planung befindliche Konzeption der dortigen Dauerausstellung (wir berichteten) auch aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Mit einem Zwischenbericht über den Stand des angedachten Konzeptes wartete die Historikerin Dr. Angelika Königseder aus Berlin als beauftragte Planerin auf. Später begaben sich alle Teilnehmer der Versammlung an die Gräber der 301 Gefangenen aus 13 Nationen, die im November und Dezember 1944 im Außenlager Ladelund des KZ Neuengamme ums Leben kamen und durch Pastor Johannes Meyer auf dem Ladelunder Friedhof beerdigt wurden, darunter 110 Männer aus dem niederländischen Putten.

In seinem Jahresbericht gab der Leiter des Gedenk- und Begegnungsstätte, Raimo Alsen bekannt, 2014 hätten insgesamt 3951 Personen die Einrichtung besucht, davon 1207 anlässlich von Sonderausstellungen und 653 bei sonstigen Sonderveranstaltungen. Im Jahr 2015 wurden bislang 3886 Besucher gezählt, von denen 1057 Gäste der Sonderausstellung „Eingeschlossen – Ausgeschlossen: Perspektiven geflüchteter Menschen auf die Warteschleife Asyl“ waren. Zum Gedenken an die vor 70 Jahren in Putten erfolgte Razzia war eine Gruppe aus der Kirchengemeinde Ladelund am 2. Oktober dorthin gefahren. Der Gegenbesuch erfolgte am Volkstrauertag, der auf besonders würdige Weise gestaltet wurde. Auch erinnerte Raimo Alsen an den von Michel Kooij (Putten) initiierten, 700 Kilometer langen Gedenklauf von Putten über Neuengamme nach Achtrup und Ladelund sowie an die Ehrung des Pioniers der Versöhnungsarbeit, Pastor i.R. Harald Richter, erinnert, dem der Puttener Bürgermeister Henk Lambooij den „Ehrenpfennig“ seiner Gemeinde überreicht hatte. Am „Antikriegstag“ hatte eine Abordnung des DGB Nordwest an den Ladelunder Gräbern der KZ-Toten der Opfer des Nationalsozialismus gedacht und einen Kranz niedergelegt.

In Fortsetzung der Tagesordnung referierte Jens Uwe Kahl über das Schicksal der zweitgrößten Gruppe der auf dem Ladelunder Friedhof ruhenden KZ-Opfer: den Lebens- und Leidensweg der 37 Gefangenen aus Italien. Als ein weiterer Höhepunkt der Versammlung erwies dich die Präsentation eines neuen, von Pieter Dekker verfassten Buches: „Van naam tot nummer“ (Vom Namen zur Nummer), welches das Schicksal der Gefangenen nachzeichnet, die nach der Razzia in Putten aus ihrem Heimatort weggeführt wurden.


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erstellt am 12.Sep.2015 | 05:00 Uhr

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