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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 23:33 Uhr

DorfLaden : Betreiber dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Dorfladen in Stadum hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Bürgermeister und Gemeindevertretung geben die Hoffnung nicht auf.

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Als im August 2013 der Stadumer Kaufmann 100 Jahre alt wurde, deutete noch nichts darauf hin, dass drei Monate später der Laden seinen Betrieb würde einstellen müssen.

Die Geschichte des Stadumer Kaufmanns begann 1913 mit der Eröffnung des Landens durch das Ehepaar Friedrich und Irmgard Jensen. 1959 übernahm Dieter Jensen den Laden dann in dritter Generation von seinen Eltern. Die Eheleute Dieter und Hannelore Jensen führten 40 Jahre lang erfolgreich das Geschäft – ohne einen einzigen Tag Urlaub. Doch mit der Beständigkeit war es schnell vorbei, nachdem die Jensens sich 1999 in den Ruhestand verabschiedet hatten.

Die Gemeinde kaufte den Laden und baute mit EG-Mitteln das gesamte Gebäude aufwendig um. Nach dem Willen der Landesregierung sollte im neuen Gebäude unter Federführung der „Landesentwicklungsgesellschaft Schleswig-Holstein“ ein sogenanntes Ländliches Dienstleistungszentrum entstehen, das neben der traditionellen Grundversorgung auch Internetzugang, Geldautomat und Kontoauszug-Drucker vorhalten und Büroservice sowie Bürgersprechzeiten für den Bürgermeister möglich machten sollte. Bis 2007 war die Grundversorgung von den Marktbetreibern in vollem Umfang sichergestellt worden. Dann stellte sich jedoch heraus, dass zu wenig Kunden das Kaufangebot genutzt hatten. Der Umsatz war zu gering, die Betreiber warfen das Handtuch.

Durch Bemühen von Bürgermeister und Gemeindevertretung gelang es erneut, ein Betreiberehepaar für das inzwischen als Markttreff bekannte Geschäft zu finden. Mit Unterstützung der als Vertragspartner der Gemeinde auftretenden gemeinnützigen „Neuen Arbeit Nord GmbH“ wurde in den Räumen des Kaufmanns der neue „Top-Kauf“ eingerichtet und eine Grundausstattung von rund 2800 Artikel über den Zulieferer Coop vorgehalten. Doch im Laufe der Jahre wurde das Einkaufssyndrom der Kundschaft, nur bei Großmärkten zu kaufen, immer ausgeprägter. Die Gemeinde musste in den folgenden vier Jahren noch zweimal auf die Suche nach neuen Betreibern gehen. Das gelang auch, so das bis zum 30. November 2013 die Grundversorgung mit Lebensmitteln und Getränken gesichert war.

Als dann am Tag vor dem ersten Advent 2013 die Stadumer Feuerwehr ausrücken musste um einen von unbekannten Tätern in Brand gesetzten Papiercontainer beim Kaufmann zu löschen, gelangte beißender Qualm durch Luftschächte ins Innere des Top-Kaufs. Ein mit der Prüfung des Warenzustandes beauftragte Lebensmittelchemiker konnte nur noch die Vernichtung aller Waren anordnen.

Weil sich dann auch die „Neue Arbeit Nord GmbH“ als Vertragspartner der Gemeinde zurückzog und dem Geschäftsführer gekündigt hatte, sind seither Bürgermeister und Gemeindevertretung erneut auf der mühsamen Suche nach einem neuen Betreiber für den Stadumer Kaufmann. Die Brandstifter konnten bislang nicht dingfest gemacht werden.


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