Besucher-Attraktion : Besuch beim Damwild-Hirten

Das Damwild frisst John Larsen aus der Hand.
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Das Damwild frisst John Larsen aus der Hand.

Mit Betreiber John Larsen dürfen Besucher des Wildgeheges in Leck bei der Fütterung den Tieren ganz nahe kommen.

shz.de von
20. Juli 2018, 07:00 Uhr

Wenn John Larsen mit seinem Auto am Gatter des Geheges hält, kommt das Damwild rasch an den Zaun gelaufen: Es gibt Essen! Seit über einem Jahr betreut und versorgt der Tierfreund aus Sande die Damhirsche am Ortsausgang von Leck. Tagtäglich deckt er ihnen den Tisch und schaut nach dem Rechten.

Körbe voller Salat, Weintrauben, Äpfel und Kraftfutter hievt John Larsen aus dem Kofferraum. Ehefrau Claudia packt heute mit an, die Söhne Sigurd und Rune sind jeden Tag bei der Fütterung dabei. Längst haben sie die Scheu vor den Wildtieren verloren – und diese gleichfalls vor den quirligen kleinen Zweibeinern. „Anfangs stoben die Hirsche immer auseinander, als wir ins Gehege kamen. Jetzt kennen sie uns und sind sehr zutraulich geworden“, sagt John Larsen.

Die Paarhufer fressen ihm mittlerweile aus der Hand. „Normalerweise erhalten die Tiere im Sommer nur ein wenig Zusatzfutter, aber jetzt finden sie wegen der Hitze nichts Essbares. Alles ist verdorrt, das Gras wächst aufgrund der Trockenheit nicht“, erklärt Claudia Larsen. Dem Damwild schmeckt das „Essen auf Rädern“ allemal. Obst und Gemüse stehen auf dem Speiseplan, Kartoffeln gehören zu ihrem Leibgericht. Hafer und Vitamine kommen in den Trog, im Winter wird zusätzlich Heu verstreut.

„Bitte keine rohen Nudeln verfüttern. Das ist nicht gut für die Wildtiere“, bittet John Larsen alle Besucher, künftig auf diese Unsitte zu verzichten. Dem Dänen liegen die Damhirsche am Herzen. Im Frühjahr vorigen Jahres hat er sie von Peter M. Schütt abgekauft, der sich jahrelang um diese gekümmert hatte.

„Im Nordfriesland Tageblatt und auf Facebook hatte ich gelesen, dass ein Nachfolger gesucht wird. Das war genau das Richtige für mich“, erzählt John Larsen. Mit Tieren kennt er sich aus, hat er doch früher auf Bornholm in der Landwirtschaft mit ihnen gearbeitet.

Heute betreut der Hausmann liebevoll die beiden Söhne Sigurd und Rune. Nebenher fordern Hunde und Katzen, Schildkröten, Hühner und Meerschweinchen Aufmerksamkeit.

„Es wäre schade gewesen, wenn der Wildtierpark hätte schließen müssen. Es hat einen besonderen Stellenwert für Leck, ist weit über die Grenzen hinaus bekannt und lockt Besucher an“, begründet John Larsen sein Engagement. Hier dürfen kleine Leute (wenn die Eltern es erlauben) mit dem neuen Betreiber bei der Fütterung in das Gehege und den Tieren ganz nahe kommen. „In der vorigen Woche haben sich gar zehn Urlauber aus Indien dazugesellt“, freut sich John Larsen über das rege Interesse. Er möchte, dass beispielsweise noch mehr Kindergartenkinder und Schüler zu Besuch kommen und sich über das Damwild informieren.

Irrtümlich werden die Vierbeiner nämlich als Rehe bezeichnet. „Das ist falsch, Rehe sind viel schmächtiger als die Damhirsche“, erklärt der neue Betreiber, der außerdem auch Jäger ist. Wer mehr erfahren möchte, kann Kontakt zu den Larsens aufnehmen, am besten nachmittags unter der Handy-Nummer 01715809866.

Zurzeit leben zwölf Hirschkühe und sechs Böcke – davon sind zwei in diesem Jahr geboren – in dem 1,4 Hektar großen Areal. Das Grundstück befindet sich in Privatbesitz und wird von John Larsen gepachtet. „Ich möchte das Gehege instand halten. Es muss eine neue Hütte her und der Zaun teilweise erneuert werden“, listet er auf. Für jegliche Unterstützung zeigt er sich dankbar. So hat sich die Gemeinde bereit erklärt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen, ein Supermarkt in Leck spendiert Gemüseabfälle, eine Risumer Bäckerei packt trockenes Brot zusammen und eine treue Hilfe sorgt dafür, dass das Damwild immer Wasser zum Trinken hat.

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