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Rasseschau in Niebüll : Bestnoten für vorzügliches Geflügel

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Insgesamt 305 Vögel aus 35 Rassen wurden bei der Ausstellung in der Stadthalle Juroren und der Öffentlichkeit präsentiert.

Krähen, gackern und Gurren: Einmal jährlich im November ertönt aus der Stadthalle eine andere Musik. Dafür sorgte am Wochenende ein vielstimmiger, gefiederter Chor von Hühnern, Zwerghühnern und Tauben, die zwanzig erwachsene und jugendliche Züchter zur Schau stellten. Aus dem dänischen Grenzland waren vier Züchter mit von der Partie. „Geflügelausstellung“ heißt auch das Event, das der Rassegeflügelzuchtverein Niebüll und Umgebung von 1902 alljährlich veranstaltet. Seit 38 Jahren findet die Geflügelschau in der Stadthalle statt. Vorher tingelte der RGZV durch die Säle der Niebüller Gaststätten zwischen Morgenstern und Landschaftlichem Haus, die es heute nicht mehr gibt, die aber auch für die Dimensionen der heutigen Zucht kaum genügend Platz böten. So ist der Verein heute auf die Stadt angewiesen, die den Züchtern die Stadthalle zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellt.

Vereinsvorsitzender Volker Hansen, seit 28 Jahren in diesem Amt, präsentierte bei der diesjährigen Schau 305 Tiere, darunter als Schauobjekte vier kleine Exoten, die zu den weltweit kleinsten Hühnern gehören. Bürgervorsteher Uwe Christiansen sieht in den Kleintierzüchtern Gemeinschaften, die das gesellschaftliche Geschehen mitgestalten. „Hier werden Gemeinschaftsgeist und Tierliebe gepflegt“, sagte er. Jedoch nicht nur das. Denn in den Reihen der Geflügelzüchter gibt es auch Spitzenleute wie etwa Ammon Momme (87), den elffachen Deutschen Meister, der erst kürzlich bei der Junggeflügelschau in Hannover seine „Deutschen Langschans“ vorstellte und für seinen 50-köpfigen „Hühnerstall“ am Stellwerk einmal die Note „hv“ (hervorragend) nach Hause holte. „Keiner war dort besser als ich“, freute sich der Altmeister der heimischen Züchter, der auch Bewunderer hat, wie etwa den kleinen Max Mohr (5) aus Risum-Lindholm, der auch weiße Langschan züchtet – und in Niebüll ausstellte.

„Das Zuchtjahr 2015 war gut“, attestierte der Vereinsvorsitzende den äußeren Bedingungen für das Werden und Wachsen der kleinen gefiederten Freunde. Diese sind in der Regel zwischen Februar und April geschlüpft und haben zur Schau im November ihre volle Reife entwickelt. „Wir hatten Wärme und Regen und damit optimale Wachstumsbedingungen“, sagte Volker Hansen. Gezüchtet wird heute überwiegend im ländlichen Bereich – und weniger in der Stadt. Gibt es einen Trend in der Geflügelzucht zu beobachten? „Ja, früher waren Tauben bei den Ausstellungen häufiger vertreten. Meistens gab es bis zu 300 Tiere zu bestaunen. Dieses Mal waren es gerade noch 100.“ Und noch eine Beobachtung hat er gemacht. „Viele Leute gehen dazu über, sich wieder ihre eigenen Hühner zu Hause zu halten, um eigene Eier zu produzieren.“ Das liege in erster Linie an dem Misstrauen in die Lebensmittelproduktion. „Bei eigenen Hühnern weiß man, was sie zu fressen bekommen, wie sie gehalten werden und ist sich der Qualität sicher.“

Bevor die Schau am Sonnabend und Sonntag der interessierten Öffentlichkeit zugänglich war, wurden am Freitag die Tiere von fünf Preisrichtern begutachtet und bewertet. Die fünfköpfige Jury mit Preisrichtern aus ganz Schleswig-Holstein vergab sieben Mal die Bestnote „Vorzüglich“ und 17 Mal ein „Hervorragend“. Die zweitägige Ausstellung wurde von 24 Sponsoren unterstützt.

Die Bestnote „v“ (vorzüglich) holten sich folgende Züchter: Harke-Peter Holst (Rhodeländer, dunkelrot), Ammon Momme (Deutsche Zwerg-Langschan), Uwe Lützen (Zwerg Lá Fleche, schwarz), Jan Martens (Danziger Hochflieger, schimmel), Arno Mommsen (Kölner Tümmler, rot), Max Mohr (Deutsche Langschan, weiß), Finn Hansen (Deutscher Modeneser, Schietti weiß).

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erstellt am 09.Nov.2015 | 08:00 Uhr

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