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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 12:47 Uhr

Reitsport : Beschilderung wird vereinheitlicht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Reiten im Wald“: Unter diesem Titel fand der erste Stammtisch für Freizeitreiter statt / Förster Jörn-Hinrich Frank erläuterte Verhaltensregeln

„Reitest du im Wald, siehst Du den Förster bald.“ Dieser Spruch von Thomas Ketelsen (Urlaubs- und Reiterhof Stedesand) ist zwar scherzhaft gemeint, darf aber auch als Warnung für Freizeitreiter verstanden werden. Wenn sie etwa im Wald reiten, müssen sie bestimmte Regeln beachten.

„Reiten im Wald“ hieß auch die Veranstaltung, zur der er und seine Frau Elke (beide ausgebildete Reitlehrer im Bereich Freizeitreiten) in den Niebüller Friesenhof zu einem ersten Stammtisch eingeladen hatten. Stammtische wie dieser sollen künftig regelmäßig stattfinden, um mit den Freizeitreitern zu kommunizieren und ihnen Tipps und Hinweise dafür zu geben, wie man sich in der für diesen Breitensport enger gewordenen Natur richtig verhält. Freizeitreiter müssen bedenken, dass sie im Wald nur Gäste sind. Ihr Gastgeber hat bestimmte Regeln erlassen, bei deren Beachtung beide Seiten – die Natur und der Reiter – gut miteinander auskommen können.

Zum Thema des Stammtischabends sprach Förster Jörn-Hinrich Frank. Was er zu sagen hatte, das waren im Grunde die Verhaltensregeln, die auch allgemein gelten. Thomas Ketelsen hatte zuvor bereits angedeutet, dass „Reiten im Wald“ ein landesweites Thema ist. Damit es keinen Ärger gibt, sei es gut, einen Förster zu hören, zu dessen originären Aufgaben bekanntlich auch zählt, die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen.

Förster Franks „Beritt“ ist der etwa 1000 Hektar große Langenberger Forst mitsamt den kleineren Waldflächen in den Gemeinden Karlum und Sprakebüll. Der größte Wald im Landesteil Schleswig liegt auf einen eiszeitlichen Endmoräne, dem sogenannten „langen Berg“ und gilt im waldarmen Nordfrieslandland als etwas Besonderes. Der Forst ist mit dem Namen von Forstdirektor Carl Emeis verbunden, der 1878 von der Provinz den Auftrag erhielt, im waldlosen Nordwesten des Landes Wälder anzulegen. Sein Hauptwerk ist der Langenberger Forst, in dem ihm auch ein Denkmal gesetzt und eine Straße in Leck nach ihm benannt ist.

Jörn-Hinrich Frank nahm seine Zuhörer mit in den Langenberger Forst, zeigte Bilder und stellte ihnen die Reitwege vor, die insgesamt eine Länge von 23 Kilometern messen. Wer auf diesen Reitwegen bleibe, der habe auch keine Probleme. Einige Weglängen stünden auch Transportfahrzeugen zur Verfügung, die den bei den letzten Stürmen entstandenen „Windbruch“ abfahren. Ein solcher Lastzug könne bis zu 2500 Festmeter Holz laden.

Reitern, die Probleme mit dem Wald und den geltenden Verhaltensregeln haben, empfahl er, draußenvor und besser auf dem Stoppelfeld zu bleiben. Wer als Wanderer in den Wald kommt, sollte bedenken, dass Reiter Vorfahrt haben. Reitwege seien ausgeschildert. Neuerdings würde die „sehr bunte“ Beschilderung bereits vereinheitlicht. Als neues Zeichen sei eine weiße Tafel vorgesehen, in denen in schwarzen Zeichen ein Pfeil, ein Rad und ein Hufeisen auf den Reit- oder Fahrweg für Gespanne hinweisen. Der Förster bezeichnete es als hilfreich, wenn Freizeitreiter organisiert sind. Dafür bietet sich die seit 30 Jahren bestehende „Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V./VFD“ an. In deren Landesverband HH/SH gibt seit vergangenem Jahr den örtlichen Stammtisch Niebüll.

Der Vortragsabend im Friesenhof klang aus mit Fragen und Antworten sowie einer lebhaften Aussprache. Am 6. April soll der nächste Stammtisch stattfinden – wegen der zentralen Lage erneut im Niebüller Friesenhof. Auf Anfrage schätzten die Eheleute Thomas und Elke Ketelsen, dass es in Südtondern bereits einige hundert Freizeitreiter gibt.

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