Interview : Bernd Neumann

Bernd Neumann
Bernd Neumann

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16. Februar 2013, 09:07 Uhr

Wenn sowieso eine Art Casting um den künftigen Finanzamt-Standort in Gang ist: Warum bewirbt sich Niebüll nicht?

Neumann: Es wäre jetzt fatal, mit dem großen Hauen und Stechen anzufangen. Erst einmal müsste durch das Finanzministerium belegt werden, inwiefern mit einer Zusammenlegung der Finanzämter auch wirklich Synergieeffekte genutzt und Kosten eingespart werden könnten. Denn das bezweifeln viele. Solange müssen wir die Nachbargemeinde stärken. Ein Schulterschluss im Amt Südtondern ist generell wichtig für die kommunale Zusammenarbeit. Nehmen wir das Beispiel Schwimmbäder: Niebülls Hallenbad könnte sich ja auch nicht einfach ebenfalls eine Rutsche anschaffen und zu Leck sagen: Nun sieh mal, wie du allein klarkommst.

Wird so nicht die Chance verschlafen, dass das Finanzamt zumindest in Südtondern bleibt?

Mir ist der Zeitpunkt für solche Bestrebungen zu früh. Erst wenn eine umfassende Diskussionsgrundlage vorliegt und Leck tatsächlich aus der Kalkulation raus ist, erst dann würde ich nicht ausschließen, dass Niebüll ebenfalls den Hut in den Ring wirft. Niebüll bietet im Vergleich zu Bredstedt natürlich weit mehr und ist durch die Verkehrsanbindungen im Vorteil, besonders in Anbetracht der Nähe zu den Inseln.

A lso heißt es abwarten, was die gebildete Arbeitsgruppe sagt?

Wer ist überhaupt in dieser Arbeitsgruppe vertreten? Die beiden derzeitigen Standortbürgermeister sind es zumindest leider nicht. Es wäre Aufgabe des Finanzministeriums in Kiel, eine Entscheidung zu fällen. Warum sich Landrat Dieter Harrsen vor den Karren hat spannen lassen, ist mir unklar. Im Grunde kann er nur verlieren. Der Standort, der den Kürzeren zieht, wird es ihm übel nehmen. Das Finanzministerium selbst sollte seine Hausaufgaben machen, ein Konzept vorlegen und die Entscheidung nicht einfach abgeben vom Land an den Kreis.

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