zur Navigation springen

Weltmusik in Leck : Berauschende Klänge aus Afrika

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der international angesehene Musiker Adjiri Odametey spielte vor 90 begeisterten Zuhörern im Leck-Huus.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Nicht mit lautem Getöse, sondern eher leise und bescheiden nehmen die Musiker auf der Bühne Platz. Es folgt ein Rausch der Klänge, der rund 90 Zuhörer in afrikanische Weiten entführt, aber den heimischen Ohren schmeichelt: Adjiri Odametey und seine Musiker begeistern ausnahmslos im Leck-Huus.

In Russland, Amerika und Japan ist Adjiri Odametey in den Konzertsälen zu Hause und auch sonst überall auf der Welt. Nun weilt er das zweite Mal in Leck. „Hallo everybody“, ruft er seinem Publikum zu. Dann sagt er artig: „Ich bin sehr glücklich, wieder hier zu sein!“

Seine „Big-Band“ hat er erneut mitgebracht: die Musiker Lautey Laukai und erstmals Jack Makauo sowie viele traditionell afrikanische Instrumente. Das kleinste und älteste Instrument der Welt, das Daumenklavier „Kalimba“, kommt aus Simbabwe, die Fasstrommeln „Kpanlogo“ aus Ghana, die „Kora“ aus West-Afrika. Sie gleicht einer Harfe, der Resonanzkörper besteht aus einem Kürbis, ist mit Kuhleder umwickelt und mit Angelschnüren ausgestattet. „Das ist praktisch“, sagt Adjiri Odametey und schmunzelt, „wenn ich fischen gehen will, nehme ich einfach eine Schnur.“

Die künstlerischen Wurzeln des international angesehenen Musikers liegen in der Tradition seiner Heimat Ghana. Unverkennbar fließen diese in die Arbeit des Singer-Songwriters ein. Er singt hauptsächlich in dem ghanaischen Dialekt „Ga-Accra“, wenige Songs auch auf Englisch. Melodisch und gefühlvoll, manchmal gar beschwingt laden sie ein zum Träumen. Man spürt die Intention: „Don’t worry, everything will be okay“ (Keine Sorge, alles wird gut). Odameteys weiche, samtige und erdige Stimme, gepaart mit einer gewissen Leichtigkeit und Gelassenheit, zieht alle in ihren Bann. Man folgt ihm gern auf der musikalischen Reise in eine andere Kultur.

Der westafrikanische Künstler liefert eine gute Show, bezieht sein Publikum immer wieder mit ein. Refrains werden mitgesungen und den Deal „wir spielen für euch, ihr klatscht für uns“ nehmen die Fans gern an. „Leck klatscht gut“, bestätigt der Sänger schließlich. Die eher leisen Lieder machen nach der Pause lauten, temperamentvollen Rhythmen Platz. Drei Männer – drei „Kpanlogos“: Diese Trommelklänge gehen ins Blut, da muss einfach mitgewippt werden. Was den Zuhörern Vergnügen bereitet, treibt dem Trio Schweißperlen auf die Stirn.

Viel zu schnell scheint das zweistündige Konzert zu enden. Jubelpfiffe und frenetischer Beifall holen Adjiri Odametey und seine beiden Landsleute noch zweimal auf die Bühne. „Ihr seid ein wunderbares Publikum“, lobt Odametey und stimmt seinen favorisierten Song „Mala“ an. Das bedeutet auf Deutsch „Ich singe“ – und nicht nur damit singt und summt sich der Botschafter authentischer afrikanischer Musik in die Herzen des Publikums. Aus Leck und dem Umland kamen die Zuhörer – sogar aus Dithmarschen. „Tolle Musik, das hat sich gelohnt“, schwärmt Annemarie Zander aus Süderheistedt. Dunja Rasmussen meint: „Das ist Musik für die Seele und für das Herz. Ich bin nächstes Mal wieder dabei“. Bis dann.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen