Kindernamenstatistik : Beliebt in Südtondern: Sophie und Finn

Skandinavische, nordfriesische und traditionelle Namen waren laut Standesamt-Statistik 2014 nach wie vor gefragt

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08. Januar 2015, 05:00 Uhr

Emma und Ben sind die bundesweit die beliebtesten Namen des vergangenen Jahres – in Südtondern steht – wie in ganz Schleswig-Holstein – Finn als Jungenname in der Gunst der Eltern vorn. Allerdings spielt beim Spitzenplatz in der Vornamenstatistik des Standesamtes Südtondern auch das Alphabet eine Rolle; denn in Südtondern wurden die Namen Leon und Maximilian genauso häufig beurkundet wie Finn, nämlich jeweils vier Mal. Bei den Mädchen führt eindeutig Sophie die Statistik an: Insgesamt elf Mal entschieden sich Eltern im Amtsbereich für diesen Namen. Auf den zweiten Platz schafft es Marie (sieben Mal), danach folgen Bundessiegerin Emma sowie Leonie (je vier Mal).

Beliebt für Jungen wie Mädchen sind skandinavische und nordfriesische Namen: Lasse, Bosse, Ida und Lotta lassen an Astrid Lindgren denken, auch Jonte, Lönne, Ole, Tade, Thies sowie Gretje, Gyde, Didde, Smilla und Mieke wurden von Südtonderns Eltern gewählt. Nordische Gottheiten wie Thor und Odin finden sich ebenfalls in Südtonderns Namensstatistik.

Exoten für den nordfriesischen Raum sind auch dabei: Amy-Malou als Mädchenname oder Finley-Taylor für einen Jungen stechen im Vergleich zu den eher klassischen Namen wie Hanna, Marlene oder Fiete und Theodor heraus. Bei den Mädchen fallen zudem Amber, Amen, Elba und Martini ins Auge, bei den Jungen Chico, Chikamso, Dante und Peyapong.

Erlaubt ist, was gefällt? Nicht ganz: Der Name eines Kindes muss eindeutig das Geschlecht erkennen lassen. Wer also sein Kind Kim, Eike oder auch Heike nennen möchte, sollte gleich einen zweiten Namen dazu wählen, der eindeutig männlich oder weiblich ist. Bei ungewöhnlichen Namen müssen die Standesbeamten überprüfen, ob es diesen Namen bereits irgendwo gibt; dazu stehen im Standesamt in Niebüll ein internationales Handbuch der Vornamen sowie ein skandinavisches Verzeichnis parat, auch Melderegister werden zu Rate gezogen. Etwa bei Namen mit Migrationshintergrund werde zudem zuweilen das Internet konsultiert. Und auch ein Buch mit friesischen Vornamen steht zur Verfügung. Damit haben die Mitarbeiter schon kreisübergreifend Hilfestellung geleistet, wie sich Josefin Haase vom Standesamt Südtondern erinnert: „Nomine“ hatte es einem Paar mit Niebüller Wurzeln als Name für die Tochter angetan, das inzwischen in den Kreis Segeberg gezogen war. Was im südlichen Schleswig-Holstein ungewöhnlich klang, konnten die Mitarbeiter aus Niebüll als bereits eingetragenen, nordfriesischen Namen bestätigen.

Auch wenn Namen wie „Pumuckl“ oder „Pepsi-Carola“ in Deutschland erlaubt wurden und Südtonderns Eltern eher auf traditionelle Namen setzen – bei gar zu ausgefallenen Namenswünschen für Neugeborene versuchen die Standesbeamten laut Josefin Haase an die Vernunft der Eltern zu appellieren: „Schließlich trägt das Kind den Namen ein Leben lang.“ Den Namenswunsch „Niebüll“ für ein Kind etwa würde die Standesbeamtin ablehnen; dieses Gesuch sei jedoch bisher auch noch nie an sie herangetragen worden.

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