zur Navigation springen

Frühes Weihnachtslicht : Beleuchtung stößt auf Unmut

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Seit Sonntag strahlt in der Innenstadt von Niebüll die Weihnachtsbeleuchtung. Kritiker halten den Lichtschmuck für verfrüht

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2014 | 08:00 Uhr

Die Stadt leuchtet: 29 Girlanden, 65 Lichterketten, 50 strahlende Kometen und Sterne gehören jetzt in den Abendstunden wieder zum Niebüller Stadtbild. Seit Sonntag scheint in der Innenstadt eine üppige Weihnachtsbeleuchtung. Einigen Bürgern kommt das Lichterspiel im Spätherbst deutlich zu früh – sie fühlen sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt. „Niebüll ist nicht nur eine ,lernende‘ und wachsende Stadt, sondern leider auch der Negativ-Rekordhalter für eine äußerst verfrühte Adventsbeleuchtung in den Straßen. Reines Geschäftsinteresse ist kein Grund, den vorweihnachtlichen Lichterglanz bereits vor dem Totensonntag einzuschalten“, bemängelt etwa Peter von Hoyningen-Huene. Auch im sozialen Netzwerk Facebook mokieren sich Nutzer sich über diese „Respektlosigkeit“.

Für den Handels- und Gewerbeverein Niebüll (HGV), der für das Hängen der weihnachtlichen Stadtbeleuchtung verantwortlich ist, kommt die Kritik nicht überraschend. „Diese Bemerkungen kommen jedes Jahr“, sagt der HGV-Geschäftsführer Holger Jessen und wirbt dabei um Verständnis: „Wir würden die Beleuchtung am liebsten erst nach Totensonntag einschalten, doch das ist leider technisch und organisatorisch nicht möglich.“ Früher habe es noch eine Schaltung gegeben, mit der man die Beleuchtung habe vor Ort ein- und ausschalten können – das sei durch Umstellungen im Netz heute nicht mehr machbar, so Jessen. „Bisher gibt es keine erschwingliche Lösung, um den Lichtschmuck gleichzeitig ein- und auszuschalten.“ Und auch die Hilfe der rund 40 Ehrenamtler des Technischen Hilfswerks beim Hängen der Beleuchtung müsse zeitig abgesprochen werden – daher der frühe Beleuchtungsbeginn.

Thomas Stahl von den Stadtwerken Niebüll bestätigt die technischen Einschränkungen. „Die Straßenlampen werden zentral geschaltet – dort Zeitschaltuhren für jedes Lichtelement anzubringen, wäre unsinnig.“ Trotzdem hält auch er die Weihnachtsbeleuchtung für verfrüht: „Man hätte einfach später hängen können.“ Die über die Straßen gespannten Lichterketten hätten er und seine Kollegen deswegen nun erstmal vom Netz genommen. „Erst nach Totensonntag werden sie wieder eingeschaltet.“ Bei den Kometen und Sternen sei dies nicht möglich, da diese mit der Straßenbeleuchtung verbunden seien.

Für mehr Gelassenheit bei dem Thema wirbt Holger Heinke vom Stadtmarketing Niebüll: „Es ist die dunkle Jahreszeit und es ist schön, wenn Lichter den Weg beleuchten.“ Man dürfe nicht den Fehler begehen und dieses Licht mit Konsum verwechseln, so Heinke. „Für mich spricht nichts dagegen.“

Pastor Dr. Christian Anders Winter aus Niebüll versteht hingegen die Kritiker und den HGV. „Natürlich hätte auch ich mir gewünscht, dass die Lichter erst nach Totensonntag leuchten.“ Aber man müsse auch Verständnis für die Geschäftsleute der Stadt aufbringen, denen die Beleuchtung „zwei Wochen vor dem ersten Advent“ Vorteile bringe. Trotzdem gibt Winter zu bedenken: „Die frühe Beleuchtung und der frühe Verkauf von Weihnachtsartikeln weichen den Geist dieses Festes immer mehr auf.“


 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen