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Material aus dem Meer : Begehrt: Kunst aus Treibgut

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Florian Habenicht stellt aus den Materialien, die ihm die Nordsee „zur Verfügung“ stellt, einzigartige Skulpturen und Bilder her

Mit dem Material Holz als Werkstoff hat der gelernte Tischler Florian Habenicht (38) seit seinem Schulabschluss in Wimmersbüll stets berufsbedingt zu tun. Hatte er doch nach der Lehre bei Tischlerei Jannsen in Braderup anschließend elf Jahre als Messe-, Kulissen- sowie Bühnenbauer in Hamburg gearbeitet. Dort war er auch für Dekorationen zuständig und seit dem von schönen Sachen angetan. Doch seit gut drei Jahren fasziniert ihn von der Nordsee angeschwemmtes Treibholz, das er am Außendeich des Friedrich-Wilhelm-Lübke-Kooges sammelt. Inspiriert wurde er davon, als mit Kollegen in einem Café in Hamburg saß und ein dekoratives Treibholzstück in der Schaufenster-Auslage entdeckte. Und da man dieses Unikat sogar für 36 Euro erwerben konnte, fragte sich der Holz-Experte: „Warum ist das so teuer – was kann das Stück Holz?“ Aber dieses Treibholz gefiel ihm und so kam er auf die Idee, selbst danach zu suchen. Da der aus Süderlügum stammende Nordfriese auch zunehmend Heimweh hatte und gerne ans Wasser in seiner alten Heimat ziehen wollte, kam ihm eine freie Wohnung im Lübke-Koog zu Gute.

Im Jahre 2011 zog es ihn weiter in den Klanxbüller Weg, direkt im Koog und nah an der Nordsee, da er als Subunternehmer bei einer Aventofter Tischlerei einsteigen konnte. In jeder freien Minute zog es ihn dort an den Außendeich, um zu suchen und finden, was die Nordsee so antreiben lässt. Zwei Jahre hat Florian Habenicht zunächst nur Treibgut gesammelt, die Stücke gewaschen und getrocknet, um sie dann fein säuberlich in Regalen zu lagern. Auch besonders hübsche Muscheln fanden sein Interesse, die er mit Spüli gewaschen hat, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden. Ab und zu hatte er sogar das Glück, Bernstein-Stücke zu finden.

Seit einem Jahr nun ist der Tischler künstlerisch tätig und fertigt aus all seinen gesammelten Stücken unter anderem Skulpturen, Bilderrahmen oder Lampen. Hierbei wird alles gefundene mitverarbeitet, und er verändert die einzelnen Teile kaum, sondern fügt sie überwiegend zusammen.

„Meine Kunstprojekte werden geschaffen aus den natürlichen Materialien der Nordsee“, verspricht Florian Habenicht. So auch sein vor kurzem fertig gestelltes Werk „Phönix Electron“. Electron kommt aus dem griechischen und bedeutet Bernstein, und da Phönix ein Feuervogel ist, hat Florian Habenicht einen Vogel aus Treibholz zusammengestellt und mit einem Bernstein-Auge versehen. Dieser sitzt in einem aufwendig verarbeitet Holz-Käfig. Dieses Werk eignet sich als Skulptur zur eindruckvollen Dekoration im Entree mit stimmungsvollen Beleuchtungs-Effekten oder wie auch gleich geplant als Hängelampe über einem entsprechenden Tisch. Immerhin ist die „Phönix Electron“ 85 Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von 55 Zentimetern. Bis zur Fertigstellung hat Florian Habenicht etwa 240 Arbeitsstunden dafür aufgewendet.

Derzeit arbeitet er an einem so genannten „Gezeiten-Vogel“. Wer Florian Habenicht über die Schulter schauen möchte, kann gerne mit ihm unter der Telefon-Nummer 04668/435 einen Termin im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog vereinbaren.

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erstellt am 29.Nov.2014 | 05:00 Uhr

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