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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 15:44 Uhr

Beeindruckend: Theater zwischen Leben und Tod

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 29.Apr.2015 | 12:18 Uhr

Die Bremer Stadtmusikanten – wer kennt das Märchen der Gebrüder Grimm nicht? Gut 260 Gäste in der Niebüller Stadthalle erlebten die Geschichte von Esel, Hund, Katze und Hahn auf dem Weg in die Hansestadt einmal völlig anders als erwartet: Irgendwo im Nirgendwo. Grenzbeamte überwachen das Niemandsland zwischen zwei Welten. Hier wird der Esel Georg Schmidt aufgegriffen. Er ist von Jahrzehnten schwerer Arbeit aufgerieben. Der Rücken schmerzt, und die Abfindung in den Ruhestand war erbärmlich. Krank und traurig hat er sich auf den Weg gemacht, weg aus dem alten Leben.

Doch Georg Schmidt ist nicht allein. Da ist noch Harald Harms, ein alter, verängstigter Jagdhund. Der Abschied aus dem Dienst hätte ihn beinah das Leben gekostet. Und Maria de Wind, die Katze, die einmal berühmt war und nun eigentlich nur noch müde ist. Und der Hahn ... Sie alle sind enttäuscht und getäuscht worden. Sie sind zu alt und zu krank für eine Gesellschaft, in der man nicht alt zu sein hat, oder sich wenigstens „zu jung zum Altsein“ fühlen muss.

Unter dem Motto „Wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod finden wir überall“ taten sich die alten Tiere in der Erzählung der Gebrüder Grimm einst zusammen. In der Inszenierung des „Theater Laboratorium Oldenburg“ landen sie an einer weit entfernten Station an der Grenze zwischen Leben und Tod. Sie ziehen Bilanz, erzählen von ihren Leben, von Hoffnungen und Enttäuschungen, von Herzensangelegenheiten. Aber sie geben nicht auf, lieben und leben. Sie setzen sich auch an der Grenze zum Tod neue Ziele.

Mit einer Mischung aus Lachen und Weinen, Leichtigkeit und Faszination erlebte das Publikum das großartige Figurentheater und Schauspiel von Pavel Müller-Lück, Christoph Bliefernicht und Jonathan Wendt. Veranstalter war das Wilhelminen-Hospiz Niebüll. Nach stürmischem Beifall, bei dem sich das Publikum von den Sitzen erhob, würdigte Pavel Müller-Lück mit abschließenden Worten die Arbeit der Hospizbewegung. Ein Teil des Eintrittsgelds kommt dem Wilhelminenhospiz in Niebüll zugute.


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