Verkehrsschau : Bedarf für Bedarfsampel manipuliert

Aufgeflogen: Am Zähltag querten auffällig häufig Fußgänger die B5 in Stedesand / Im Spätherbst soll Windpark-Prospekt vorliegen

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23. Juli 2015, 05:00 Uhr

Wenn die Gemeindevertretung tagt, kommen nicht immer 50 Zuhörer. Doch bei der jüngsten Sitzung im Knopp war es der Fall. Grund war die Möglichkeit, sich an der Nutzung der Windenergie zu beteiligen – genauer gesagt, an dem im Schnatebüller Koog im Werden begriffenen Windpark, einem Repower-Projekt. Es war aber auch Gelegenheit, kritisch Position zu beziehen.

Im Schnatebüller Koog sollen sieben Anlagen (zwei auf Stedesander, fünf auf Lecker Gemeindegebiet) 14 Altanlagen aus sensiblen Bereichen ersetzen. Beteiligt an den neuen Windrädern sind bereits Altanlagen-Besitzer. Doch es besteht auch die Möglichkeit, dass sich auch Bürger aus beiden Gemeinden beteiligen und Anteile zeichnen können. Doch das kann erst geschehen, wenn der dafür erforderliche Prospekt vorliegt. Das soll angeblich im Spätherbst der Fall sein, hieß es. Und die Bürger beider Gemeinden könnten dann bis zum Ende des Jahres zeichnen.

Ferner winkt der Gemeinde Stedesand nach neuer Regionalplanung die Möglichkeit, im Störtewerker Koog einen Bürgerwindpark zu bauen. Das freilich ist vorerst noch Wunschtraum für etwa fünf, sechs Anlagen. Bürgermeister Stephan Koth kündigte für den Herbst eine Einwohnerversammlung an, in der es nähere Informationen geben wird. Wie mitgeteilt wurde, sind im Schnatebüller Koog die Vorbereitungen für den Bau der beiden Stedesander Windmühlen im Gange.

In der Gemeindevertretung gab es eine personelle Veränderung. Martina Dohrn, schied aus dem Amt der 1. Stellvertretenden Bürgermeisterin aus. Zu ihrem Nachfolger wurde Gemeindevertreter Erik Steensen gewählt, ernannt und vereidigt. In diesem Zusammenhang erfolgten auch Umbesetzungen in den Ausschüssen.

Zu guter Letzt noch dieses: Der Versuch, die behördliche Genehmigung für den Bau einer Bedarfsampel der Kreuzung Mühlenweg/Dorfstraße/B5 zu erhalten, ist buchstäblich „in die Hose“ gegangen. Die Ampel sollte die Querung der viel befahrenen B 5 sicherer machen. Eine Überprüfung hatte jedoch ergeben, dass die Zählung der Fußgänger manipuliert wurde. Die mutmaßlich „organisierte“ und auffällig häufige Querung der B5 durch Passanten mutierte zur Lachnummer. Wer sie organisiert hatte, blieb ein Geheimnis. Jetzt soll die Zählung irgendwann wiederholt werden – jedoch ohne vorherige Bekanntgabe des Zähltages.



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