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Winterdienst in Südtondern : Bauhöfe sparen tonnenweise Streusalz

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Volle Salzlager: Der milde Winter hat in Südtondern dazu geführt, dass Kommunen und Land nur wenige Einsätze gegen Eisglätte fahren mussten.

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erstellt am 25.Feb.2014 | 09:37 Uhr

Bevor am 28. Februar der ganz offiziell der meteorologische Winterschluss ins Haus steht, ist schon jetzt klar: Die kalte Jahreszeit fiel diesmal ziemlich schwach aus. Während Schnee und Eis bei den Mitarbeitern der Bauhöfe 2013 bis April für kurze Nächte und unzählige Streufahrten sorgten, sind die Salzlager in diesem Frühjahr noch immer voll. Dass dem Norden noch ein später Wintereinbruch drohen könnte, gilt unter Experten als unwahrscheinlich.

In den Bauhöfen geht man daher mittlerweile davon aus, dass man in den vergangenen vier Monaten viel Material und Geld gespart hat. „In diesem Winter war wirklich ganz wenig los. Das waren höchstens zehn Prozent Aufwand im Vergleich zum letzten Jahr“, schätzt Jochen Johannsen vom Niebüller Bauhof. Ein Blick in das städtische Salz-Depot stützt diese Einschätzung: Von den etwa 60 Tonnen, die hier zu Beginn des Winters eingelagert wurden, türmen sich noch immer rund 45 Tonnen auf. Den Grund für den nicht schrumpfen wollenden Salzberg liefert schließlich die Einsatz-Statistik: Während die Männer im vergangenen Winter 35 Mal zum Glätte-Einsatz aufbrachen, sind sie bisher nur neun Mal mit dem Streufahrzeug unterwegs gewesen. Der offizielle Winterdienst beim Bauhof dauert vom 15. November bis zum 31. März.

Auch in Leck ist weniger Streugut auf den Straßen gelandet: 28 Tonnen Streusalz und rund 40 Tonnen Kies lagerten hier beim Bauhof für den Kampf gegen Glätte und Schnee. „20 Tonnen sind noch da“, berichtet Bauhofmitarbeiter Anton Nahnsen. Trotz des vergleichsweise harmlosen Winters kam bei den Mitarbeitern der Bauhöfe keine Langeweile auf: „Die Sturmschäden halten uns bis heute auf Trab.“ Die Orkane „Xaver“ und „Christian “ haben in den umliegenden Forsten eine Spur der Verwüstung hinterlassen. „Wir werden mit der gesamten Belegschaft noch mindestens zwei Wochen beschäftigt sein“, so Nahnsen.

Neben den örtlichen Bauhöfen, die sich um die Verkehrswege in den Kommunen kümmern, haben die Straßenmeistereien einen weit größeren Aktionsradius: Die Straßenmeisterei Leck in der Flensburger Straße ist verantwortlich für die Bundes, Landes- und Kreisstraßen von Schafflund bis nach Dagebüll, im Norden bis zur dänischen Grenze sowie die Insel Sylt. Auch hier hat der Winter weniger Material gekostet als erwartet: „In diesem Winter hatten wir 18 Einsätze – im vergangenen Jahr waren es 60“, rechnet Leiter Gerhard Arfsten vor. Von 500 Tonnen, habe man 200 verbraucht. Bei Streusalzpreisen von rund 60 Euro pro Tonne bringt dies eine Ersparnis von etwa 12.000 Euro für den Landeshaushalt. Für ganz Schleswig-Holstein rechnet Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) durch die milde Witterung mit Einsparungen in der Höhe von vier Millionen Euro.

Was aber passiert nun mit dem überschüssigen Streusalz? Hält es bis zum nächsten Winter? „Kein Problem“, gibt Jochen Johannsen aus Niebüll Entwarnung, „das wird in der Halle gelagert und kann nächstes Jahr ohne Einschränkungen wieder eingesetzt werden.“ Auch Bauamtsrat Gerhard Arfsten sieht die Sache entspannt: „Wir lagern das Salz ein und werden die Differenz im Laufe des Jahres wieder aufstocken.“ Ebenso lassen sich die flüssigen Frostlöser wie Salzsole, die als „auftauender Streustoff“ im Winterdienst eingesetzt werden, in Behältern bis zum nächsten Wintereinbruch aufbewahren.

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