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Zu viel Regen : Bauern hoffen auf schöneres Wetter

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Viele Felder leiden unter rekordverdächtigen Niederschlagsmengen. Landwirte liegen mehrere Wochen im Rückstand.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2016 | 10:27 Uhr

Wir brauchen Trockenheit und Wärme – mit diesem Wunsch sind sich alle Landwirte einig. Das mit moderaten Niederschlägen hinter ihnen liegende erste Quartal nährt die Hoffnung auf einen guten Frühsommer, der auch deshalb dringend nötig ist, weil die Niederschläge im vergangenen Jahr mit einer Gesamtmenge von 1002,4 Millimetern deutlich über dem 20-jährigen Mittel von 879,4 Millimetern lagen und deren Auswirkungen heute noch spürbar sind.

Warten lautet die Devise für die kommenden Wochen, um wenigstens einen Teil der Verluste aufzufangen. Einige Böden haben arg gelitten. In der alten Marsch tritt das Problem der stauenden Nässe auch in normalen Zeiten auf – der extrem regenreiche Herbst hat die Schwierigkeiten noch verstärkt. Weite Flächen sind verschlämmt und dicht, so dass Pflanzen keine Luft bekommen und ersticken. Es muss vielfach der Lückenbüßer Sommergetreide herhalten – zum Beispiel die Sommergerste, die immerhin 65 Doppelzentner (dz) pro Hektar (ha) erwarten lässt, die dann als Futter in die Veredelung gehen. Im Vergleich dazu wären mit Winterweizen 90 dz/ha zu erwarten gewesen – oder etwa 80 dz, wenn er früh gedrillt werden kann. In diesem Jahr ist das leider nicht möglich. „Es ist mit nur fünf, sechs Grad deutlich zu kalt. Wir liegen zurzeit zwei, drei Wochen zurück“, sagt Wolfgang Stapelfeldt vom Kreisbauernverband Südtondern. Stapelfeldt hält eine Temperatur von mindestens 8 Grad für optimal.

Um den 20. April könne die Einsaat von Mais beginnen, heißt es allgemein. Dessen Anbau in der Marsch tendiert gegen null. Das liegt, wie sich zuletzt zunehmend gezeigt hat, daran, dass er in der Marsch extrem schwer zu bergen ist – wegen der zu tiefen Böden. Bevorzugte Anbauregion bleibt somit die Geest mit ihren dafür geeigneteren Böden.

Gut davongekommen zu sein scheint der Raps, wie auf etlichen Schlägen mit dieser vielseitig verwendbaren Nutzpflanze zu beobachten ist.

Wo es möglich ist, werden jetzt Dünger ausgebracht und der Boden mit Stickstoff, Phosphat und Kali versorgt. Es ist auch die Zeit, in der Gülle und das Substrat aus den Biogasanlagen ausgefahren werden. Für diese Art Wirtschaftsdünger werden die Monate Januar bis März die einzige Zeit sein, in der das möglich ist, wie es eine in Arbeit befindliche Vorschrift vorsieht. Was das bodennahe Ausbringen der Gülle angeht, so wird mit der Verschlauchung zunehmend moderne Technik eingesetzt, die die Geruchsbelästigung stark reduziert.

Das Warten auf mehr Trockenheit gilt auch fürs Grünland, das vor seiner Nutzung für Grasernte und Beweidung abgeschleppt werden muss, wie es in der Fachsprache heißt. Dabei werden mithilfe einer Schleppe die Maulwurfshügel eingeebnet und der Boden gelüftet. Teilweise muss auf Kahlflächen auch nachgesät werden. Die Erwartung liegt auch in diesem Jahr bei drei bis vier Schnitten.

Die wirtschaftliche Seite bleibt angespannt. Probleme bereiten den Bauern die Discounter mit niedrigen Milch- und Fleischpreisen sowie das Russland-Embargo – und die Natur mit ihren Kapriolen.

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