ZOB Niebüll : Barrierefreies WC statt Pommesbude

Die Glasfronten verschwinden.
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Die Glasfronten verschwinden.

Der Bauausschuss nickte die Pläne für den Umbau des Zob-Gebäudes ab. Schon Ende Mai soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

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16. Februar 2013, 09:01 Uhr

Niebüll | Der Antrag auf eine Nutzungsänderung beim Kreis ist gestellt, bis Ende Mai soll alles fertig sein. Das Zob-Gebäude und damit auch der ehemalige Kiosk wird in ein barrierefreies WC-Haus umgebaut. Kostenpunkt: etwa 36 000 Euro. Hinzu kommen noch die Sanierung der bisherigen WC-Anlage sowie diverse Arbeiten, wie das Entrosten und Streichen des Daches. Das beschlossen die Mitglieder des Ausschusses für Bau- und Planungswesen, Umwelt und Verkehrswegeplanung Niebüll. Nicht einstimmig, aber doch mit neun "Ja"- gegen eine "Nein"-Stimme.

Udo Petersen, Bauleiter im Amt Südtondern, stellte die Pläne vor. Sie betrafen in erster Linie den leerstehenden Kiosk. Sämtliche großflächigen Fenster werden ausgebaut und zugemauert. Dabei soll darauf geachtet werden, dass die Außenwirkung zwischen der neuen und der älteren Gebäudehälfte gleich bleibt. Helligkeit wird künftig von außen nur noch durch ein Oberlicht dringen. Ein blicksicheres Verbundsicherheitsglas soll Vandalismus verhindern - und, dass jemand ins Gebäude hineinsieht.

Manfred Steffens, Beauftragter für Menschen mit Behinderung, regte an, die Kopfstein-Pflasterung in den künftigen WC-Bereich zu überdenken und für Rollstühe und Rollatoren befahrbar zu machen. Udo Petersen ergänzte, man könne die Kopfstein- durch eine Rot steinpflasterung ersetzen. Die derzeit im Kioskraum nach innen zu öffnende Tür wird durch eine breitere, nach außen zu öffnende ersetzt. Über einen E-Motor ist die Tür mit einem Euro-Schlüssel zu betätigen - sie öffnet und schließt sich also automatisch. Der Raum wird in einer Höhe von zwei Metern weiß gefliest. Genügend Platz für Rollstuhlfahrer um das WC und das Waschbecken herum gewähren jeweils zwei Flächen mit einem Durchmesser von 1,50 Metern. Damit sich die Nutzer in Notsituationen für Außenstehende bemerkbar machen können, werden außen ein Signalhorn und eine Leuchte angebracht, die über Zugseile an Waschbecken und WC ausgelöst werden können. Axel Scholz bezweifelte, dass Passanten auf Grund der Signale sofort auf eine Notsituation schließen würden. Natürlich gebe es auch die Möglichkeit einer Direktschaltung zur Leitstelle, entgegnete Petersen, aber das sei für eine Toilette wohl etwas übertrieben - und zu teuer.

Die Toiletten im anderen Gebäudeteil werden saniert. Aus dem ehemaligen barrierefreien WC soll ein Raum für das derzeit eingesetzte Reinigungspersonal werden. Weiterhin, so entgegnete Udo Petersen auf Nachfrage von Christian Prenzlow, habe ein Unternehmen eine tägliche Reinigung der Anlage angeboten. "Wir sind da dran." Ob der Mittelteil, ursprünglich einmal als Wartesaal gedacht, nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, steht allerdings noch nicht fest. Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Schmidt verwies diese Frage in den Hauptausschuss. Auch die Frage der Überwachung und der Reinigung müsse hier entschieden werden. Immer wieder mal gebe es Beschwerden. Der Zustand nach dem Umbau müsse möglichst lange erhalten bleiben. Schmidt: "Die öffentlichen Toiletten sind die Visitenkarten unserer Stadt."

Volker Dittmann (Die Grünen) stellte die neue Nutzung in Frage. "Das Gebäude ist so in Ordnung", lobte er die vorgestellten Pläne. "Aber warum dort ein barrierefreies WC? Wer fährt dort denn hin?" Zu weit sei der Weg von der Innenstadt, zudem mit allerlei Hindernissen für Rollstuhl- und Rollator-Nutzer versehen. Und aus dem Bus habe er noch niemanden aussteigen sehen, der die WCs benützen könnte. Karl-Heinz Schmidt: "Der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss hat das so beschlossen. Wir können das Thema nicht noch einmal grundsätzlich diskutieren."

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