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Nordfriesland Tageblatt

20. August 2017 | 13:30 Uhr

Musik : Barocke Meister zu Gast in Leck

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Sommerliches Kammerkonzert in der St. Willehad-Kirche in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Alte Musik in Schleswig-Holstein

„Cembalo Concertato“, so lautete das Thema eines sommerlichen Kammerkonzertes, das die Kirchengemeinde Leck in Zusammenarbeit mit der „Gesellschaft für Alte Musik in Schleswig-Holstein“ am vergangenen Sonntagabend in ihrer St. Willehad-Kirche veranstaltete. Zur Aufführung kamen Kompositionen der Barockzeit von Meistern, die zwischen 1681 und 1767 lebten. Ausführende waren der amtierende Lecker Kantor Thomas Hansen (Cembalo flämischer Bauart), Eckhart Kuper (Cembalo deutscher Bauart), Susanne Horn (Violen da Gamba) sowie Thomas Rink (Barockfagott und Blockflöte).

Thomas Hansen hieß die Zuhörer willkommen und erläuterte ihnen das für den Einsatz vorgesehene Instrumentarium, bevor er das Programm mit drei Auszüge aus einer Suite von François Couperin (1668 – 1733) eröffnete, der – als Mitglied einer ganzen Musikerdynastie – zu seinen Lebzeiten „Couperin, der Große“ genannt wurde. Wie sich beim Spiel der Sätze „La Raphéle“, „Allemande“ und „Gigue“ herausstellte, erwies sich der Klang des vom Cembalisten meisterlich gehandhabten Instrumentes als kräftig und durchdringend. Dies kam der Klarheit der Interpretation sehr zu gute.

Viel weicher, aber dennoch makellos klar wirkte das deutsche, mit Lederplektren und zwei Manualen ausgestattete deutsche Cembalo des Virtuosen Eckhart Kuper, der zwei stark von der Folklore beeinflusste Sonaten in F-Dur von Domenico Scarlatti (K.296 und K. 297) darbot. Es folgte die dreisätzige Sonata g-moll für Cembalo und Fagott (CSWV F: 23) von Christoph Schaffrath, dargeboten von Thomas Hansen und Thomas Rink. Ihr reizvoller musikalischer Dialog zeigte auf, dass beide „auf Augenhöhe“ miteinander kommunizieren durften, das Cembalo also teils stimmführend, teils begleitend agierte. Der Klang des ein wenig träge anspringenden Fagotts wirkte anfangs etwas rau, wurde aber ständig glatter. Anschießend musizierten Eckart Kuper und Susanne Horn die Sonata G-Dur für Cembalo und Viola da Gamba von Johann Sebastian Bach (BWV 1027), deren harmonisch reizvoller dritter Satz („Andante“) ihnen besonders gut gelang. Die drei obligaten Stimmen (Oberstimme: rechte Hand des Cembalos; Mittelstimme: Viola da Gamba; Bassstimme: linke Hand des Tasteninstrumentes) warfen einander musikalisch die „Bälle“ zu, dass es eine Freude war. Ungemein wuchtig und raumfüllend erklang sodann das „Grave“ aus der „Sonate g-moll für zwei Cembali“ von Johann Mattheson. Die oft gescholtene, trockene und deshalb von Chören und Blechbläsern gefürchtete Raumakustik der St. Willehad-Kirche wurde von den beiden sich mächtig ins Zeug legenden Cembalisten mit Erfolg „besiegt“: ein Hörgenuss vom Feinsten.

Beim abschließenden Trio B 1 für Blockflöte, konzertierendes Cembalo und Basso continuo (TWV 42) von Georg Philipp Telemann trat das gesamte Ensemble gemeinsam auf den Plan und zelebrierte das vier Sätze umfassende Werk mit erkennbarer Freude, die sich auf das Publikum übertrug. Der von den Zuhörern lautstark und ausdauernd gespendete Schlussapplaus motivierte die Instrumentalisten, das Telemann’sche „Siciliano“ als Zugabe zu wiederholen.  


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erstellt am 05.Aug.2015 | 05:00 Uhr

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