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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 03:49 Uhr

Entwässerung : Bagger sollen Abhilfe schaffen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Gemeinde Leck diskutiert mit Anwohnern über die richtige Entwässerungs-Strategie für den Kokkedahler Sumpf

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Im Kokkedahler Sumpf ist es zu nass. Abhilfe könnte eine Verrohrung des Ringgrabens bringen - das sah eine Sitzungsvorlage im Infrastruktur- und Umweltausschuss vor. „Das nutzt überhaupt nichts!“, verwarf Klaus Steen (UWL) diese Idee und hielt dagegen: „Wenn die Gräben vernünftig ausgebaggert werden, haben wir 25 Jahre Ruhe!“ So soll es geschehen beim nächsten Frost.

Ursprünglich diente das Feuchtwiesengebiet zwischen der Lecker Au und dem Kokkedahler Weg als Wiese und Pferdekoppel. Über die Gestaltung zu einem Park wurde nachgedacht, schließlich ein Biotop angeregt. Das wurde schließlich 1989 in die Tat umgesetzt. Der Kokkedahler Sumpf umfasst rund zwölf Hektar, 3,5 Hektar davon werden landwirtschaftlich betreut. Darauf grasten vor Jahren noch Galloways. Um den Wasserstand zu regulieren, wurde ein Grabengeflecht angelegt. Neben dem Ringgraben unterhalb der Grundstücke am Kokkedahler Weg entstanden fünf Gräben und ein Hauptgraben mit 21 Stauvorrichtungen, so dass das Wasser durch einen Vorfluter beziehungsweise über ein Schöpfwerk in die Lecker Au abgeleitet wird.

Nun funktioniert das inzwischen „verdreckte“ Entwässerungssystem nicht mehr so wie gewünscht. Insbesondere die Anlieger hatten sich im vorigen Jahr über zu nasse Grundstücke beschwert (wir berichteten). Daraufhin hatten sich Fachleute vor Ort informiert und empfahlen, den Graben östlich des Teiches, der die Gärten der Anlieger entwässert, zu verrohren. Dem widersprach Klaus Steen nun vehement. „Das ist der größte Unsinn, den ich je gehört habe“, wetterte er und sagte: „Im Ringgraben ist nicht so viel Wasser, als das es sich lohnen würde. Beim Wasser in den Gärten von Leck-Huus bis zum Tennisplatz handelt es sich um Staunässe, die von der Fläche hochgedrückt wird.“ Einzig das Säubern der Gräben könne Abhilfe schaffen – und sei nicht so teuer wie eine Verrohrung.

Nun hieß es, dass man die Reinigung mit Hilfe eines Baggers nicht vornehmen könne und es wurde daran erinnert, dass vor mehr als einem Jahrzehnt Bürger gegen diesen Geräteeinsatz im Landschaftsschutzgebiet protestiert hatten. Doch das wollte der Gemeindevertreter nicht gelten lassen, schließlich sei das das einzige Mittel, wie man der Nässe begegnen könne. Einen Vorstoß in diese Richtung hatte die Gemeinde bereits vor einer Woche gemacht: Bei Frost hob ein Bagger drei Gräben aus. „Das hat bereits große Wirkung gezeigt“, führte Klaus Steen vor Augen und wurde von Anton Nahnsen (UWL) bestätigt. „Wenn wir diese Maßnahme fortführen und die Stauanlagen funktionieren, haben wir den Zustand so, wie er seinerzeit war und wie wir ihn wieder haben wollen.“

Davon ließen sich die Ausschussmitglieder überzeugen und formulierten das Ziel, dass alle Gräben gereinigt werden sollen, und zwar so schnell wie möglich beim nächsten Frost oder wenn die Wetterlage das möglich macht.

Durch diesen Beschluss hatte sich der darauf folgende Tagesordnungspunkt erledigt. Hier wurde angeregt, östlich und westlich des Birkenweges sowie östlich und südlich des Teiches einen Erlenbruchwald entstehen zu lassen. Doch nun kann alles bleiben wie es ist: Die Orchideenwiese soll weiterhin der Naturschutzverein Südtondern betreuen und pflegen. Die Weiden sollen weiter durch einen Pächter bewirtschaftet werden, wobei gewährleistet sein muss, dass die Mahd auch abgefahren wird. Denkbar wäre ebenso, wieder Vieh darauf grasen zu lassen.

 

 

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