Aus der Gemeindevertretung : Aventofter öffnen ihre Türen

Im sanierten Gemeinderaum tagt künftig nicht nur die Gemeindevertretung, sondern auch die Aventofter können den Raum mieten.
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Im sanierten Gemeinderaum tagt künftig nicht nur die Gemeindevertretung, sondern auch die Aventofter können den Raum mieten.

Gemeindevertreter beschließen neu sanierten Raum in der alten Schule auch an Privatleute zu vermieten.

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15. Mai 2018, 11:52 Uhr

Aventoft | Auf eine solide Haushaltssituation kann die Gemeinde Aventoft blicken, wie die Zahlen des von Verwaltungsfachwirt Sven Matthiesen vom Amt Südtondern bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung vorgetragenen Jahresabschlusses 2017 bewiesen. So konnte im Ergebnishaushalt bei Erträgen von gut 1,04 Millionen Euro ein Jahresüberschuss von rund 31 300 Euro erwirtschaftet werden, der sogar noch um 120 000 Euro höher ausgefallen ist, da man diesen Betrag zuvor der Rückstellung zugeführt hatte.

Zurückzuführen ist dieses hauptsächlich durch die Mehreinnahmen in der Gewerbesteuer von gut 165 600 Euro. So wies auch der Finanzhaushalt zum Jahresende einen beachtlichen Kassenbestand von rund 438 800 Euro aus. An Investitionen wurden gut 78 500 Euro getätigt, hauptsächlich für den Grunderwerb des Parkplatzes einschließlich Wohnmobil-Stellplatz im Dorfzentrum, für den neuen Bauhof und die Feuerwehr.

Bei einer Bilanzsumme von knapp 2,35 Millionen Euro betrug das Eigenkapital der Gemeinde 907 430 Euro, bei Rest-Verbindlichkeiten von rund 184 000 Euro.

„Insgesamt wieder ein erfreulicher Jahresabschluss bei einer auch weiterhin positiven Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen,“ sagte Sven Matthiesen. So stimmte die Vertretung dem Abschluss ebenso einstimmig zu wie den Haushaltsüberschreitungen 2017 von 61 354 Euro. Die Gemeindevertreter tagen stets im ehemaligen Klassenraum der alten Schule. Dieser war vor geraumer Zeit zu einem hellen und freundlichen Raum mit einer komplett eingerichteten Küche nebenan saniert worden. Diese Räumlichkeiten können nun laut einmütigem Beschluss der Vertretung künftig auch von den Einwohnern der Gemeinde Aventoft für private Veranstaltungen angemietet werden – wobei Partys am Abend von dieser Regelung ausgeschlossen sind.

Neben einer zu hinterlegenden Kaution beträgt die Raummiete 50 Euro. Wie der Bauausschussvorsitzende Gert Krause mitteilte, wird auch das Badezimmer der ehemaligen Hausmeisterwohnung demnächst als Toilette für den Gemeinderaum saniert. Weiter berichtete er, dass nach der Wegeschau wieder das Splitten der Gemeindewege beginnt und die Installationen der Außenbeleuchtungen an den Parkplätzen noch nicht ganz abgeschlossen ist. Die Reparaturkosten nach einem Schaden am Kommunaltrecker der Gemeinde haben rund 3500 Euro betragen, so Gert Krause. Die Beseitigung der Gefahrenstellen am Radweg in Rosenkranz Richtung Neukirchen soll nun kurzfristig erfolgen, teilte der Ausschußvorsitzende auf Nachfrage weiter mit.

Einstimmig wurde die Aufhebung der Straßenausbaubeitragssatzung für die Gemeinde beschlossen, so dass die Anwohner in Aventoft künftig keine Ausbaubeiträge mehr zahlen müssen. Wie in anderen Kommunen auch, besteht seit rund fünf Jahren ein Kofinanzierungsvertrag für den Friedhof zwischen der politischen und Kirchengemeinde Aventoft, um mögliche Defizite auszugleichen. Aber auch im letzten Jahr konnte die Friedhofskasse Aventoft einen Überschuss von gut 10 200 Euro erwirtschaften. Die Trägerschaft für den Aventofter Friedhof soll ab Januar 2019 an das Nordfriesische Friedhofswerk übergehen. Deshalb beschloss die Vertretung den Ev.-Luth. Kirchenkreis Nordfriesland als Rechtsnachfolger der Kirchengemeinde Aventoft anzuerkennen.

Bürgermeisterin Christine Harksen berichtete über die Auftaktkonferenz über das Dialogverfahren zur Streckenführung für die Westküstenleitung von Klixbüll nach Dänemark in die Nähe von Esbjerg.

Dazu findet am Mittwoch, 16. Mai, von 18 bis 21 Uhr ein öffentlicher Bürgerdialog im Gemeindehaus Humptrup statt.

Weiteres in Kürze:
- Einstimmig beschloss man der sogenannten „Korbacher Resolution“ beizutreten, in dem die Gemeinde Aventoft zur „Frackingfreien-Zone“ erklärt wurde. Hiermit sollen den politischen Entscheidungsträgern der Bundesregierung und im Europäischen Parlament die lokalen und regionalen Widerstände gegen das Fracking aufgezeigt werden.

- Als Standort für einen neu zu errichtenden 40 Meter hohen Funkmast wurde das gemeindeeigenen Grundstück am Wanderweg in Erwägung gezogen.

 

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